Juniküsse – 1. Teil (Gay Romance)

Habt ihr Lust, mal was von mir zu lesen? Dann habe ich hier was für euch. Es ist der erste Teil zu meiner Fortsetzungsgeschichte „Juniküsse“. Ich würde mich sehr über Feedback freuen 🙂

Alles Liebe,

eure Emma

EINS – Der Morgen danachjuniküsse cover2.jpg

Die ersten Sonnenstrahlen des Tages kitzeln meine Nase. Ich blinzle ins Licht. Wie spät ist es? Ich muss ewig geschlafen haben. Ich reibe meine Augen, als neben mir ein leises Stöhnen ertönt. Ich drehe den Kopf und erblicke den splitternackten Körper eines Jungen. Mein Herz macht einen Hüpfer. Dann war es also wirklich geschehen …

Ich lasse meinen Kopf zurück ins Kissen sinken und schließe die Lider. Wie ein Film flimmern die Bilder der vergangenen Nacht vor meinem inneren Auge vorbei. Ich spüre seine zarte Haut unter meinen Fingerkuppen, heiß und schwitzig. Seinen Atem, wie er sanft meinen Nacken streichelt, bevor butterweiche Lippen mich gierig küssen. Seine Hände, die forschend meinen Rücken hinauf streichen und dann seine Nägel, wie sie sich in mir vor Lust festkrallen. Ein süßer Schmerz! Ich kann den Duft seiner Wuschelhaare riechen, in denen ich tief mein Gesicht vergraben habe. Fruchtig und doch leicht herb. Ich erinnere mich an sein leidenschaftliches Stöhnen, ganz dicht an meinem Ohr. Seine Wärme, als ich in ihn eindrang. Die pulsierenden, sanften Stöße. Anschwellende Lust. Extase …

„Das ist jetzt nicht wahr, oder? Masturbierst du neben mir?“

Ich reiße erschrocken die Augen auf. Tatsächlich – ich habe, ohne es mir bewusst zu sein, mich selbst berührt. Benito kniet neben mir auf der Matratze und starrt mich ungläubig an.
„T-tut mir leid“, stammle ich. „Ich habe mich nur an unsere gestrige Nacht erinnert …“ Benito zieht die Augenbrauen hoch. Dann stiehlt sich ein schelmisches Grinsen auf seine Lippen.
„Habe wohl ziemlichen Eindruck auf dich gemacht, was?“
„Das kann man wohl sagen.“ Wenn er wüsste, was für einen sehnlichen Herzenswunsch er mir mit letzter Nacht erfüllt hatte, wie lange ich mich danach gesehnt hatte …
„War nicht übel.“
„Nicht übel?“, frage ich.
„Naja okay, rattenscharf trifft es wohl besser.“ Benito kichert und wirft mir sein Kopfkissen an den Kopf. Ich fange es geschickt ab und pfeffere es zurück. Es verfehlt ihn knapp, fliegt über das Bett hinweg und klatscht gegen die Wand, wo es das eingerahmte Poster von James Dean herunterreißt.
„Ups“, sage ich und schlage die Hand vor den Mund. Benito schüttelt sich vor Lachen. Es klingt, als würden tausend Glöckchen klingeln. Ich könnte ihm stundenlang beim Lachen zuhören.
„War das wirklich deine erste Nacht … mit einem Mann?“, will ich von Benito wissen. Er wird rot, grinst beschämt. Dann nickt er.
„Hat man das gemerkt?“
„Nein, überhaupt nicht“, sage ich augenzwinkernd.
„Was soll das Zwinkern?“, ruft er.
„Nichts, ich …“, sage ich gerade noch, als er mich rittlings auf die Matratze wirft. Seine warme Haut kribbelt auf meiner. Er nimmt meinen Kopf in die Hände und sieht mir tief in die Augen. Ich versinke in den seinen – sie sind blau wie der weite Ozean und auch mindestens so tief. Seine Lippen streichen über meine Wangen. Sein Atem kitzelt mein Gesicht. Er küsst meine Nase, meine Stirn und kommt schließlich bei meinen Lippen an. Er knabbert zärtlich daran. Als ich seinen Kuss erwidere wird er wild und fordernd. Seine Zunge drängt sich in meinen Mund. Heiß und feucht. Ich spüre seine Erregung zwischen meinen Oberschenkeln. Ich presse sie gegen seinen Schoß und reibe mich an ihm. Er stöhnt leise, während er mich weiter küsst. Ich kralle meine Hände in seinen Rücken. Spüre seine Muskeln. Er ist so … männlich! Ich habe noch nie mit einem dermaßen attraktiven Jungen geschlafen. Seine Hände fahren mir durchs Haar. Ein wohliger Schauer läuft mir über den ganzen Körper. Nicht aufhören! Ich schlinge meine Beine um seine Lenden.

Just in dem Moment rüttelt jemand an meiner Türklinke. Dann klopft es.

„Leon, bist du da drin?“

Sofort lässt Benito von mir ab. Ich seufzte genervt.

„Ja, Mama. Ich komme gleich.“

Zum Glück war ich schlau genug, die Tür abzuschließen. Da hatten wir uns wenigstens einen superpeinlichen Moment erspart.

„Es ist schon gleich zwölf. Was machst du denn da drin? Bist du allein?“

Benito rollt von mir herunter. Das hat meine Mutter ja wieder toll hinbekommen! Die Frau hat einfach ein Gespür dafür, in den unmöglichsten Momenten zu stören.

„Ich bin nicht allein“, sage ich. „Und ich komme gleich!“

Schritte entfernen sich von meiner Tür. Ich wende mich Benito zu. Er begutachtet mich. Sein Blick ist unergründlich.

„Wird sie Theater machen?“, fragt er.
„Wegen dir?“ Ich zucke die Schultern. „Ich glaube nicht. Du bist nicht der erste Männerbesuch, weißt du.“ Benito kaut auf seiner Unterlippe herum. Es macht mich fast wahnsinnig wenn er das macht.
„Schade eigentlich“, sagt er. Er sieht auf einmal fast ein bisschen geknickt aus.
„Aber mit keinem war es so schön wie mit dir“, sage ich. Benito lacht laut auf.
„Sagst du das zu jedem deiner Kerle?“, fragt er. Ich schüttle aufrichtig den Kopf.
„Nur zu dir“, sage ich und meine es todernst. Er schenkt mir wieder seinen tiefen, nachdenklichen Blick. Ich kann mich nicht von seinen Augen lösen. Und dann mache ich den größten Fehler, den ich in diesem Moment hätte machen können.

„Ich liebe dich, weißt du“, sage ich.

Benitos Augen weiten sich. Sein Mund klappt auf.

“Bitte was?”, ruft er panisch.

“Ich … ich sagte, ich …”, stammle ich erschrocken.
Benito hebt abwehrend die Hände, rückt von mir weg.
“Was ist los?”, frage ich. “Habe ich was Falsches …?”
“Du liebst mich?”, fragt Benito. Dabei betont er das zweite Wort so, als wäre es etwas Abartiges. “Ich dachte, das war einfach nur ein Abenteuer für dich. Ein Spiel.” Er springt aus dem Bett und sucht seine Klamotten zusammen, die auf dem Boden verstreut liegen.
“Bitte, lauf nicht weg!”, sage ich. “Ich habe es nicht so gemeint.”
“Du hast es todernst gemeint, das kannst du nicht mehr leugnen.” Hastig schlüpft er in seine Jeans und zieht sich sein T-Shirt über den Kopf.
“Es tut mir leid”, sage ich. “Ich wusste nicht, dass du … so darauf reagierst.”
“Wie sollte ich denn deiner Meinung nach darauf reagieren?”, fragt Benito scharf. “Dir überglücklich um den Hals fallen?”
Ja, so war das eigentlich geplant … Ich ziehe die Knie an meinen Körper und verdecke meine Scham. Auf einmal komme ich mir nackt völlig verletztlich vor.

Benito geht zur Tür. Er dreht meinen Schlüssel zweimal im Schloss und drückt die Klinke herunter. Bevor er hinaustritt, dreht er sich noch einmal zu mir um. In seinem Blick erkenne ich Abscheu.
“Ich bin nicht schwul, Leon. Merk dir das.” Dann verlässt er den Raum und lässt mich kalt und frierend zurück.

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