Freche Mädchen küssen besser (Lesbian Romance) – 3. Kapitel

Huhu ihr Lieben,freche-madchen

heute habe ich endlich die Fortsetzung von „Freche Mädchen küssen besser“ für euch. Es tut mir leid, dass sie eine Woche später kommt als geplant. Ich hoffe, dass ich die Episoden jetzt wieder regelmäßig veröffentlichen kann.

Die Geschichte ist (heute im Laufe des Tages) auch verfügbar auf SweekWattpad und  FanFiktion.de

Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Darum geht’s:

Die 16-jährige Dany ist überhaupt nicht glücklich, als ihre Eltern sie ins Internat St. Lucia stecken. Weit weg von ihrer Familie zwischen lauter fremden Mädchen soll Dany von nun an ihren Alltag bestreiten. Doch dann lernt sie die 17-jährige Samantha kennen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft – wäre da nur nicht dieses warme Kribbeln, das Dany jedesmal überkommt, wenn Sam sie berührt.

Jetzt viel Spaß mit dem 3. Kapitel. 🙂

3. Kapitel: Der geheimnisvolle Brief

„Hat sie dir denn noch nicht davon erzählt?“ Claudia zieht eine Augenbraue hoch.

„Ich finde nicht, dass das jetzt interessiert“, sagt Sam und knirscht mit den Zähnen.

„Ich schon“, antwortet Claudia und nähert sich mir. „Deine Zimmergenossin ist andersherum. Ich finde, das solltest du wissen.“ Sie streckt mir die Hand hin. „Wenn du willst, sorge ich dafür, dass du das Zimmer wechseln kannst.“

Ich weiche einen Schritt zurück. Dann nehme ich all meinen Mut zusammen, verschränke die Arme vor der Brust und sage: „Danke, aber ich verzichte. Ich bin mit meinem Zimmer sehr zufrieden.“

Claudia schnaubt verächtlich. „Na, du wirst schon noch sehen, was du davon hast.“ Sie schiebt sich an uns vorbei. Die drei anderen Mädchen folgen ihr und eine davon wirft mir einen bissigen Blick zu. Als die Vier verschwunden sind, drehe ich mich zu Sam um und frage: „Wer war das denn?“

„Claudia Enzminger und ihre Jüngerinnen“, sagt sie und verdreht die Augen. „Die Schulschlampe. Es gibt kaum einen Kerl hier, mit dem sie noch nichts am Laufen hatte. Von Uli mal abgesehen.“

„Verstehe.“

Wir setzen unseren Weg fort. Ich würde mich gerne weiter mit Sam unterhalten, doch mir fällt nur Mist ein. Es liegt mir auf der Zunge zu fragen, ob sie wirklich lesbisch ist. Aber eigentlich ist mir das auch egal. Ich finde Sam nett und einzig und allein das zählt für mich.

Die ersten Tage im Internat werden eine große Umstellung. Der Unterricht gestaltet sich ziemlich zäh, da ich immer noch neben Uli sitze, der kaum ein Wort mit mir wechselt und stehts von einer Schweißwolke umgeben ist. Lediglich in Mathe kommen wir kurz ins Gespräch, als ich die Aufgaben nicht kapiere und er sie mir erklärt. Er ist ziemlich gut in Mathe. Eigentlich, so habe ich den Eindruck, ist er in jedem Fach ein Ass – außer im Sportunterricht. Zu meinem Entsetzen haben wir gemeinsam mit den Jungen Sport. Mich vor den Augen der anderen zu bewegen, kommt mir vor, wie eine öffentliche Demütigung. Auch die zierliche May hat damit ihre Schwierigkeiten. Sam und Lis hingegen scheinen dabei ihren Spaß zu haben.

Wir spielen Fußball, Mädchen gegen Jungen. Es ist ein erbittertes Match und ich weiche geschickt dem Ball aus, weil ich mir sicher bin, dass ich sowieso daneben schießen würde. Sam hingegen schießt ein Tor nach dem anderen. Die Jungen kommen richtig ins Schwitzen. Ein großer Kerl namens Sven ist unsere größte Konkurrenz. Lis hat mir erzählt, dass er Fußball im Verein spielt. Er versucht ständig, Sam den Ball abzuluchsen. Ab und zu gelingt es ihm auch. Wir kassieren mehrere Tore, doch davon lässt Sam sich nicht aus dem Konzept bringen. Als der Schlusspfiff ertönt, fallen wir uns in die Arme. Wir Mädchen haben ganz knapp gewonnen, aber auch nur, weil Uli der schlechteste Torwart aller Zeiten ist.

Der Vokabeltest in Englisch stellt sich als einfacher heraus, als ich erwartet habe. Kein Wunder, ich hatte mich auch wirklich gut darauf vorbereitet. Gemeinsam mit Lis und May hatte ich jeden Nachmittag nach den Hausaufgaben eine extra Stunde fürs Lernen eingeplant. Für die nächste Woche ist eine Mathearbeit angekündigt, damit habe ich viel mehr meine Schwierigkeiten. Zum Glück kann May mir ein bisschen damit helfen. Sie ist sehr gut im Erklären und ich begreife die Logik hinter den ganzen Zahlen und Variablen besser, als ich es im Unterricht tue – was nicht gerade für den Mathelehrer spricht.

Nach dem Lernen gehe ich weiterhin joggen. Manchmal kommt Sam mit, dann macht es mehr Spaß.

„Ich frage mich, warum du den Sportunterricht so hasst“, sagt sie eines Tages, als wir eine Runde durch den Wald laufen. „Du hast doch eigentlich ziemlich gute Kondition.“

„Ich mag Ausdauersport“, sage ich. „Aber weder Geräteturnen noch Ballspiele sind meine Welt. Ich gehe lieber in der Natur joggen oder eine Runde Radfahren oder Inline skaten.“

„Verstehe.“ Sam atmet schwer. Obwohl sie eine prächtige Fußballerin ist, kommt sie immer früher ins Schwitzen als ich. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie raucht.

„Woher kannst du eigentlich so gut kicken?“, will ich wissen.

Sie grinst schief. „Ich war als Kind im Fußballverein.“

„Wirklich? Das ist ja cool.“

„Ja, finde ich auch. Ich würde es auch gerne weiterhin machen, aber es geht ja nicht, wenn ich den ganzen Tag hier verbringe. Eigentlich habe ich damals nur wegen einem Mädchen aus meiner Nachbarschaft angefangen. Ich hatte schon lange ein Auge auf sie geworfen und irgendwann fand ich heraus, dass sie im Verein Fußball spielte. Da witterte ich meine Chance.“

„Und?“, frage ich. „Hat es geklappt?“

„Wo denkst du hin? Wir waren gerade elf Jahre alt“, antwortet Sam und lacht laut auf. „Außerdem war sie stockhetero.“

„Schade.“

Sam schweigt eine Weile. Dann fragt sie völlig unvermittelt: „Macht es dir wirklich gar nichts aus, dass ich lesbisch bin?“

„Nein, das ist okay für mich“, sage ich. „Du bist zwar die erste Lesbe, die mir im Leben begegnet, aber ich habe damit keine Probleme.“

„Das ist echt cool von dir.“ Sam boxt mich gegen die Schulter.

„Was sagen denn Lis und May dazu?“, will ich wissen.

„Für die ist es auch okay. Ich glaube, May hatte am Anfang aber ein bisschen damit zu kämpfen. Ich habe es den beiden gleich an meinem ersten Schultag gesagt. Für Lis war es sofort kein Problem, aber May hat mich ganz komisch angeschaut. Sie wollte aber mit Lis in einem Zimmer bleiben und deshalb nicht wechseln und ich glaube, mittlerweile hat sie kapiert, dass von mir keine Gefahr ausgeht.“

„Was hat sie denn befürchtet?“ Ich runzle die Stirn. „Dass du dich in sie verlieben könntest?“

„Ja, wahrscheinlich“, sagt Sam. „Aber sie ist überhaupt nicht mein Typ. Ich stehe nicht auf Asiatinnen.“

Als wir in unser Zimmer zurückkommen, finden wir May über ein Buch gebeugt und Lis auf einen Block kritzelnd. „Hast du sonst noch eine Idee?“, fragt Lis gerade. May schaut kurz auf und schüttelt den Kopf.

„Eine Idee? Wofür?“, fragt Sam und klettert in ihr Bett.

„Die Sommerparty“, sagt Lis. „Sie findet in drei Wochen statt und May und ich sind doch im Organisationsteam. Ich mache gerade eine Liste mit Dingen, die wir besorgen müssen.“

„Eine Sommerparty?“, frage ich.

„Ja, die findet jedes Jahr statt“, sagt Sam. „Ist eigentlich immer ziemlich cool. Mit Tanzen bis tief in die Nacht, Cocktails schlürfen und geiler Musik. Letztes Jahr war ein DJ aus dem Dorf da. Der hat echt gutes Zeug aufgelegt.“

„Cocktails?“, frage ich. „Mit Alkohol?“

Meine drei Zimmergenossinnen lachen laut auf. „Wo denkst du hin?“, ruft Lis. „Das ist eine Schulfete. Da sind Lehrer anwesend.“

„Wirklich?“ Ich verziehe das Gesicht.

„Ja, aber sie sind da normalerweise ziemlich locker drauf. Bisher war die Sommerparty immer ein absolutes Highlight. Ich bin momentan dran, den DJ von letztem Jahr wieder zu gewinnen. Er ist nicht ganz billig, aber wenn der Crêpe-Verkauf auf der Kirmes und die Müllsammelaktion im Dorf genügend Geld einbringen, können wir ihn uns wieder leisten.“

„Das wäre spitze!“, ruft Sam. Dann stopft sie sich ihre Ohrstöpsel in die Ohren und legt sich aufs Ohr.

„Die Cocktails mixt immer Frau Dahl, eine Lehrerin, die Hauswirtschaft unterrichtet. Sie ist jedes Jahr für die Bar zuständig und hat das auch total drauf. Ich habe sie schon gefragt und natürlich macht sie es auch dieses Jahr wieder“, erzählt Lis weiter.

Ich nicke stumm und kuschle mich in mein Bett. Ich bin auf einmal schrecklich müde. Ich versuche, die Augen offen zu halten und Lis bei ihren Ausführungen über die Partyplanung zuzuhören, doch irgendwann fallen mir die Lider zu und ich dämmere weg.

Als ich aufwache, ist es bereits dunkel draußen. May ist immer noch in ihr Buch vertieft, Sam blättert in einer Zeitschrift und Lis‘ Bett ist leer. Ich taste nach meinem Handy, das ich in meiner Hosentasche vermute, doch ich finde es dort nicht. Dann muss es vermutlich noch im Rucksack stecken, denn dort verstaue ich es immer, wenn wir Unterricht haben. Ich angle nach meinem Eastpack und öffne den Reißverschluss. Das Handy muss irgendwo zwischen meinen Büchern stecken. Meine Hand wühlt im Inneren des Rucksacks herum. Plötzlich sehe ich etwas Hellblaues zwischen meinen Schulbüchern aufblitzen. Ich halte inne. Ein Briefumschlag! Wie kommt der denn in meinen Rucksack? Ich fische ihn heraus. Er ist zugeklebt und auf der Vorderseite steht in krakeliger Handschrift „Für Dany“. Ich drehe und wende den Brief ein paar Mal, dann beschließe ich, ihn aufzumachen. Neugierig reiße ich den Umschlag auf und ziehe ein zusammengefaltetes Papier heraus. Es ist mit er selben krakeligen Handschrift beschrieben. Ganz unten ist mit rotem Filzstift ein Herz aufgemalt.

Liebe Dany,

ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll ….

Seitem ich dich das erste Mal gesehen habe, kann ich an nichts anderes mehr denken, als an dich. Mein Herz schlägt schneller, wenn du in meiner Nähe bist und du bringst mich zum Schwitzen, wie nach einem Dauerlauf. Ich kann nachts nicht mehr schlafen, weil ich mich ständig frage, ob es dir genauso geht wie mir.

Ich wünschte, ich hätte den Mut, dir persönlich meine Gefühle zu offenbaren. Aber ich bin ein kleiner Feigling, was das betrifft. Ich hoffe, du bist mir nicht böse oder findest mich lächerlich.

Dany, ich liebe dich!

Dein heimlicher Verehrer

Ich schlucke. „Das gibt es doch nicht“, flüstere ich.

May sieht auf und schaut neugierig zu mir herüber. „Was hast du da?“, fragt sie.

„Ich … weiß auch nicht so recht“, stammle ich. „Da schreibt mir jemand, dass er mich liebt.“

„Oh mein Gott“, kreischt May auf und setzt sich auf mein Bett. „Dany hat einen Liebesbrief bekommen! Zeig mal her!“

Ich verstecke den Brief hinter meinem Rücken. „Nein“, sage ich. „Der Brief geht nur mich etwas an.“

May zieht eine Schnute und setzt einen Welpenblick auf. „Biiiitte!“, fleht sie mich an.

Jetzt wird auch Sam auf uns aufmerksam und nimmt ihre Stöpsel aus den Ohren.

„Stell dir vor, jemand ist in unsere Dany verliebt“, ruft May ihr entgegen.
„Wirklich? Wer denn?“, fragt Sam.

„Ich weiß es nicht“, sage ich. „Ich habe einen anonymen Liebesbrief bekommen.“

Sam klettert von ihrem Bett herunter und setzt sich neben May auf meine Bettkante. „Darf ich mal sehen?“, fragt sie.

„Na, komm schon!“, bettelt May.

Ich verdrehe die Augen. „Na, schön“, gebe ich schließlich klein bei und reiche der Asiatin den Brief. Meine beiden Zimmergenossinnen überfliegen die Zeilen, dann kreischt May auf und seufzt: „Oh Mann, das ist ja so romantisch!“

„Also, ich finde es ehrlich gesagt ziemlich dämlich“, bemerkt Sam und schüttelt den Kopf. „Ich meine, was soll diese Geheimnistuerei. Wenn er etwas von dir will, dann soll er es dir sagen, ohne sich zu verstecken.“

„Von wem der Brief wohl ist? Eine schöne Handschrift hat er ja nicht gerade“, sagt May.

„Ach du scheiße“, stoße ich plötzlich hervor. Mir wird heiß und kalt zugleich.

„Was ist los?“, fragt May. „Du wirst ja auf einmal ganz blass.“

„Ich glaube, ich weiß, von wem der Brief ist“, sage ich und schlucke.

 

 

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