Liebe durch das Internet – geht das? (Teil 1)

Parship, eDarling, Lesarion, LoveScout24, ElitePartner, … Dating-Websites sprießen in cursor-1872301_1920den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden. Und sie sind überall präsent: Auf großen Plakaten lächeln uns gutaussehende Models entgegen, die wir anscheinend auf den Dating-Websites antreffen sollen, und Werbesendungen versprechen uns, dass sich alle elf Minuten ein Single über eine gewisse Dating-Website verliebt.

Doch was ist dran am Online-Dating? Funktioniert es wirklich? Kann man sich per Mausklick in einen Menschen verlieben? Oder ist das alles nur eine Masche, um verzweifelten Singles das Geld aus der Tasche zu ziehen?

In dieser 2-teiligen Reihe setze ich mich mit dem Online-Dating auseinander. In diesem Teil erfährst du, wie das Online-Dating funktioniert und was du bei der Erstellung eines ansprechenden Profils beachten solltest.

Im 2. Teil wird es um die perfekte erste Nachricht an eine interessante Person und um das erste persönliche Treffen gehen.

Ideales Kennenlernen für Schüchterne und Introvertierte

Ich habe in meinem Leben zahlreiche Dating-Websites ausprobiert. Das liegt vor allem daran, dass ich ein sehr schüchterner, introvertierter Mensch bin und es mir schwer fällt, Leute im „echten“ Leben anzusprechen. Für mich ist es wesentlich bequemer, erst einmal über das Internet mit einer Person Kontakt aufzunehmen. Da besteht eine gewisse Distanz und abgesehen davon kann ich mich schriftlich sowieso viel besser ausdrücken.

Aber irgendwann kommt dann der Moment, wo ein echtes Treffen oder zumindest ein Telefonat angefragt wird. Und dann schrillten bei mir immer die Alarmglocken.

Trotzdem habe ich es geschafft, Menschen offline zu treffen und aus meinen anfänglichen Online-Flirts sind tatsächlich Beziehungen aus Fleisch und Blut geworden. Meiner Meinung nach ist der Mythos also wahr: Ja, über das Internet kann man sich verlieben.

Auch meinen jetztigen Freund habe ich über das Internet kennengelernt, allerdings nicht über eine Dating-Website, sondern über eine Seite für Brieffreunde, wo auch alles mit einem harmlosen E-Mailkontakt angefangen hat. Doch irgendwann kamen romantische Gefühle ins Spiel – glücklicherweise bei uns beiden. So wurde aus der anfänglichen Freundschaft eine Beziehung. Mehr dazu habe ich aber bereits schon in diesem Artikel verraten.

Kostenpflichtig ist besser als gratis

Meiner Erfahrung nach, bringen kostenpflichtige Dating-Portale bessere Erfolge als kostenlose. Auf gratis Seiten wie z. B. ilove.de bekam ich sofort unzählige Nachrichten von notgeilen Männern, die es allerdings nicht sonderlich ernst mit mir meinten. Das hat mich ziemlich abgeschreckt und ich habe mich gefragt, ob man im Internet überhaupt die Liebe fürs Leben finden kann.

Kostenpflichtige Seiten haben den großen Vorteil, dass die Männer und Frauen dort in der Regel ernstere Absichten haben und es ihnen auch wirklich etwas wert ist, den Partner oder die Partnerin fürs Leben zu finden. Deshalb: Wenn du es dir finanziell leisten kannst, solltest du kostenpflichtige Dating-Websites vergleichen und dich in einer solchen anmelden. Es sei denn, du bist nur auf kurze Flirts oder One-Night-Stands aus.

Wie erstelle ich ein ansprechendes Profil?

Worauf solltest du achten, wenn du ein Profil in einem solchen Portal anlegst?

Das A und O in einem Online-Portal sind zwei Dinge:

  1. Sehe attraktiv aus!
  2. Mache dich interessant!

Den ersten Eindruck auf einer Online-Plattform macht das Profilfoto. Deshalb ist es wichtig, dass du ein gutes Foto hierfür auswählst.Es muss kein Bewerbungsfoto in Anzug und Krawatte sein, aber du solltest doch einen gepflegten Eindruck hinterlassen.

Es ist wichtig, dass das Foto aus dem richtigen Winkel geschossen wird. So lassen sich auch z. B. ein Doppelkinn kaschieren (ich rede hier aus Erfahrung).

Ein professioneller Fotograf kann hierbei hilfreich sein. Vielleicht hast du auch jemanden in deinem Bekanntenkreis, der sich aufs Fotografieren von Personen versteht. Oder du versuchst es selbst. Ideal wäre hierbei, wenn du ein Stativ oder etwas Ähnliches hättest, damit das Foto nicht ganz so selfiemäßig rüber kommt.

Was meist nicht gut ankommt sind Fotos mit nacktem Oberkörper bei Männern, auch wenn du einen perfekt durchtrainierten Waschbrettbauch hast oder im Bikini bei Frauen. Urlaubsfotos, Schnappschüsse von der letzten Party und dergleichen gehören eher nicht in ein Flirtprofil. Genauso schlecht sind Fotos, auf denen du so winzig bist, dass man das Gesicht nicht erkennen kann.

Der zweite Punkt ist, dass du interessant rüberkommen solltest. Nicht selten lese ich in Profilen so Texte wie: „Hallo, ich bin der Peter. Wenn du mehr über mich wissen willst, dann schreib mir einfach. Ich beiße auch nicht.“ Das erntet bei mir ein Augenrollen und ist kein bisschen witzig.

Auch Texte wie: „Ich heiße Melanie und suche den Mann fürs Leben. Ich treffe mich gerne mit Freunden und schaue gerne Filme und Serien.“ Wenn ich sowas lese, denke ich mir: „Freunde treffen tut jeder gern und ich habe noch nie jemanden getroffen, der nicht gerne Filme anschaut.“

Wie solltest du es stattdessen machen?

Ganz einfach: Erzähle etwas über dich. Verrate Details, die dich einzigartig machen oder genauer beschreiben, was du gerne magst.

Wenn Melanie jetzt beispielsweise verraten hätte, welche Filme und Serien sie gerne schaut, wäre das schon viel interessanter gewesen. Vielleicht hat sie ja auch noch andere Hobbys? Kochen, mit ihrem Hund rausgehen und Karten basteln, zum Beispiel. Dann hätte man hier schon einen Ansatzpunkt, worauf man eingehen könnte, wenn man Melanie anschreibt. Hat man z. B. auch einen Hund oder hätte gerne einen, könnte man das im Gespräch anführen. Oder man könnte sie nach ihren Lieblingsrezepten fragen.

Jeder Mensch hat etwas Besonderes über sich zu erzählen, denn jeder Mensch ist einzigartig und es liegt an ihm, diese Einzigartigkeit in seinem Profil darzustellen. Ein Profil ist nichts anderes, als eine Selbstdarstellung. Und wenn mein Profil langweilig ist und das Foto ungepflegt, dann hinterlässt das einen schlechten Eindruck.

Das war der 1. Teil dieser Reihe. Mehr zum Thema Online-Dating erfahrt ihr in zwei Wochen, am 16. Februar im 2. Teil. Wenn noch Fragen offen sind, schreibt sie mir gerne in die Kommentare.

 

Advertisements

6 Kommentare zu “Liebe durch das Internet – geht das? (Teil 1)

  1. Ich bin kein Fan von Online-Dating.
    Das liegt schon daran, dass es für Männer noch frustrierender ist als die sowieso schon frustrierende Partnersuche. Es gibt gefühlt einen extremen Männerüberschuss. Für jemanden wie mich ist Online-Dating schon aus dem Grund vollkommen ungeeignet, da Frauen oft nach Größe und Gewicht filtern, wobei in Deutschland übliche Maße bevorzugt werden. Als Mann, dessen Körpermaße eher für den Mittelmeerraum typisch sind, falle ich somit bei den meisten Frauen durchs Raster. Ich könnte das Geld, das ich in solche Plattformen stecke, genausogut verbrennen. Zudem ist es so, dass die Verfügbarkeit einer solch riesigen Anzahl von männlichen Kandidaten bei Frauen eine „Supermarkt“-Mentalität erzeugt. Was nicht taugt, wird ins Regal zurückgelegt. Das heißt, dass auf ein Date oft kein zweites folgt. Der erste Eindruck zählt, und wenn der nicht stimmt: Weg mit dem Typen!
    Natürlich profitieren auch Männer, die so aussehen, wie sich die durchschnittliche Frau ihren Traumtypen vorstellt, von Online Dating – die kriegen mehr Sex als ohne technische Hilfsmittel. Aber für jemanden, der nicht so aussieht, kann ich keinen Vorteil erkennen. Im Gegenteil: Der Frust potenziert sich. Es ist schlimmer, von 4000 Frauen abgelehnt zu werden anstatt von nur einer.
    Daher: Daumen runter!

    Gefällt mir

    • Hallo Jens,

      es scheint, als hättest du ganz andere Erfahrungen mit Online-Dating gemacht, als ich (liegt es am Geschlecht? Ich weiß es nicht!). Mir fiel es bisher immer schwer, in Lokalen oder dergleichen potentielle Partner/innen anzusprechen. Für mich war das Internet ein Segen. Hier traute ich mich viel eher, Menschen anzuschreiben und sie kennenzulernen. Ich habe auch von einigen anderen Menschen gehört, dass es ihnen ähnlich geht wie mir. Es kommt wohl auf den Typ an, mit welcher Art Dating man am besten klarkommt.

      Das mit der „Supermarkt“-Mentalität mag stimmen, ich weiß es nicht. Aber dass der erste Eindruck zählt, ist nicht nur beim Online-Dating der Fall, sondern auch bei anderen Arten von Dates. Der erste Eindruck ist einfach immens wichtig, so traurig es auch ist – denn meist lernt man einen Menschen erst sehr viel später wirklich kennen. Das war für mich bisher auch der Grund, warum ich Leute erst mal online kennenlernen wollte, bevor ich mich persönlich mit ihnen getroffen habe. Man baut so schon eine gewisse „Freundschaft“ auf, kann sich in Ruhe beschnuppern und das eventuell auch durch das eine oder andere Telefongespräch verstärken.

      Viele Menschen gehen leider mit zu großen Erwartungen ans erste Date ran. Das ist schade und führt oftmals zu Enttäuschungen. Die besten Beziehungen sind meiner Meinung nach immer noch die, die sich aus einer Freundschaft entwickeln. Denn da kennt man den anderen wirklich.

      Es tut mir sehr leid, dass du mit Online-Dating so frustrierende Erfahrungen gemacht hast. Ich drücke dir die Daumen, dass es mit der Partnersuche auf andere Weise für dich klappt.

      Liebste Grüße
      Emma

      Gefällt mir

      • Das Problem mit der „Freundschaftsschiene“ ist, dass dort erst recht kein Sex möglich ist. Ich beginne mich zu fragen, ob bei mir tatsächlich Hopfen und Malz verloren ist. Der erste Eindruck ist oft recht gut, und am Tag danach kennt die Dame dich dann nicht mehr – unabhängig davon, ob sie dich im Real Life oder online kennen gelernt hat. Mir sind online die übelsten Pflaumen untergekommen – von der Lesbe, die bloß ein Kind wollte bis hin zu der Frau, die Berührungen ablehnte. Auch im Speed Dating habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. „Ich suche keine Bekanntschaften oder sowas“. Ich habe das Gefühl, dass es in der heutigen Zeit keine Liebe mehr gibt. Sobald du die Schule ungeküsst verlässt, ist der Zug scheinbar abgefahren.

        Gefällt mir

      • Oh Mann, der Frust sitzt bei dir wirklich tief. Das tut mir so leid, dass du dich in dieser Situation so unglücklich fühlst. Ich kann dir nur zurufen: Gib die Hoffnung nicht auf! Die Richtige gibt es, sie ist dir nur noch nicht über den Weg gelaufen. Daran glaube ich ganz sicher. Jeder Mensch hat irgendwo da draußen sein Puzzlestück. 🙂

        Naja, aber aus „Freundschaft“ kann schon sexuelles Begehren wachsen. Da kenne ich mehrere Beispiele, mich selbst eingeschlossen.

        Es gibt Liebe, auch wenn diese Zeit so voller Hass und Abscheu ist. Ich habe nur den Eindruck gewonnen, dass man ihr gerade nicht dann begegnet, wenn man sie verzweifelt sucht. Die Liebe ist ein mieses Biest. Sie tut uns weh und bestraft uns dafür, dass wir sie empfinden. Aber manchmal schlägt sie auch völlig unverhofft zu. Genau dann, wenn wir es am wenigsten erwarten.

        Ich hoffe, meine Leier von Romantik und wahrer Liebe setzt dir nicht noch mehr zu. Ich will nur, dass du das kleine Flämmchen Hoffnung, das in deinem Herzen noch brennt, nicht erstickst. 🙂

        Fühl dich mal gedrückt!

        Liebste Grüße,
        Emma

        Gefällt mir

  2. Pingback: Liebe durch das Internet – geht das? (Teil 2) | Emma Escamilla

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s