„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – 4. Kapitel

Huhu ihr Lieben,freche-madchen

heute geht es wieder weiter mit meiner Fortsetzungsgeschichte „Freche Mädchen küssen besser“. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass die Qualität der Geschichte natürlich nicht so gut ist, wie bei einem durchgeplanten und professionell überarbeiten Roman. „Freche Mädchen küssen besser“ ist viel eher ein spontanes Experiment, das ich rein aus Spaß schreibe. Über Feedback freue ich mich aber trotzdem immer.

Die Geschichte ist (heute im Laufe des Tages) auch verfügbar auf SweekWattpad und  FanFiktion.de

Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Darum geht’s:

Die 16-jährige Dany ist überhaupt nicht glücklich, als ihre Eltern sie ins Internat St. Lucia stecken. Weit weg von ihrer Familie zwischen lauter fremden Mädchen soll Dany von nun an ihren Alltag bestreiten. Doch dann lernt sie die 17-jährige Samantha kennen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft – wäre da nur nicht dieses warme Kribbeln, das Dany jedesmal überkommt, wenn Sam sie berührt.

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem 4. Kapitel.

4. Jagd nach dem Verehrer

„Ja?“, fragt May. „Nun sag schon!“
„Der Hinweis, dass er in meiner Nähe schwitzt und die schlimme Handschrift – das könnte auf Uli passen.“
„Uli? Meinst du?“ May rümpft die Nase.
„Na ja, ich kann jetzt nicht genau sagen, ob das seine Handschrift ist, aber er schreibt auf jeden Fall nicht besonders schön. Und ihn umgibt immer ein leichter Schweißgeruch.“
„Oh Mann!“ May verzieht das Gesicht. „Uli ist nun wahrhaftig nicht die Sorte Kerl, in die man sich verliebt.“
„Schon. Ich finde ihn auch alles andere als anziehend …“, bemerke ich und stopfe den Brief zurück in dem Umschlag.
„Ihr seid gemein“, sagt Sam. „Ihr kennt Uli doch gar nicht richtig. Vielleicht steckt ja ein richtig toller Kerl dahinter.“
May lacht laut auf und auch ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Ist das dein Ernst?“, fragt May. „Uli ist fett, stinkt und ist der totale Loser.“
„Aber er ist ziemlich schlau“, führt Sam an. „Du weißt genauso gut wie ich, dass er im Kampf um den Rang als Klassenbester dein größter Konkurrent ist, May.“
Die Asiatin verzieht das Gesicht. „Ja, das stimmt leider. Er hat schon was auf dem Kasten … aber trotzdem!“ Sie wendet sich mir zu. „Du solltest die Schrift vergleichen. Das dürfte eine leichte Übung sein, schließlich sitzt ihr nebeneinander.“
Ich seufze. „Und was mache ich, wenn er es tatsächlich ist?“
„Dann musst du ihm sagen, dass er keine Chance hat“, sagt May und zuckt mit den Achseln.

Am nächsten Tag kann ich es kaum erwarten, bis Uli endlich in die Klasse kommt. Er ist der letzte und als er mich sieht, weicht er meinem Blick aus. Mein Herz klopft mir heftig gegen die Rippen. Ist das vielleicht ein Indiz dafür, dass er tatsächlich hinter dem Brief steckt? Er hebt seinen Stuhl vom Tisch und lässt sich darauf nieder.
„Du, Uli“, beginne ich. „Hast du die Hausaufgaben in Englisch gemacht?“
„Ja klar“, sagt Uli und packt seine Schulsachen aus.
„Dürfte ich sie mal sehen?“
„Wieso denn?“
Wieder zieht mir ein leichter Schweißgeruch in die Nase. „Ich würde gerne vergleichen, ob wir dieselben Lösungen haben“, argumentiere ich und hoffe, dass er sich darauf einlässt.
„Warte doch, bis wir das im Unterricht besprechen“, brummt Uli und schlägt sein Englischbuch an der Stelle auf, die wir zuletzt behandelt hatten.
„Bitte!“ Ich werfe ihm einen flehenden Blick zu.
Uli beißt sich auf die Unterlippe. „Na, schön“, sagt er und schiebt mir das Heft hinüber. Ich betrachte die Schrift, doch ganz sicher bin ich mir nicht. Kurz entschlossen ziehe ich mein Handy aus der Tasche und fotografiere die dichtbeschriebene Seite.
„Hey, was soll das?“, beschwert sich Uli und schnappt sich das Heft.
„Tut mir leid“, sage ich schnell. „Aber ich brauchte eine Schriftprobe von dir.“
Ulis Gesicht läuft knallrot an. „Warum das denn?“, fragte er und seine Augen verengen sich zu Schlitzen.
In diesem Moment betritt Frau Pätzold den Raum.
„Erkläre ich dir ein anderes Mal“, raune ich ihm zu und widme mich dem Englischunterricht.

In der großen Pause gehe ich mit Lis und May auf den Hof und ziehe den Brief aus meiner Tasche. Ich falte ihn auf, dann halte ich mein Handy mit der Schriftprobe daneben.
„Das ist eindeutig nicht seine Schrift“, stellt May fest.
„Ja, er schreibt eher Schreibschrift und der Brief ist in Druckbuchstaben verfasst“, meint auch Lis und zuckt die Achseln. „Also müssen wir wohl weitersuchen.“
„Ist das nicht eigentlich egal?“, fragt Sam und erntet überraschte Blicke von uns dreien. „Na ja, ich meine, anscheinend will der Absender des Briefes ja nicht erkannt werden. Sonst hätte er seinen Namen drunter geschrieben.“
„Deshalb hören wir doch erst recht nicht auf zu suchen“, sagt Lis und verschränkt die Arme vor der Brust.
„Genau“, pflichtet ihr May bei. „Wenn er so einen Brief verschickt, muss er damit rechnen, dass wir versuchen werden, ihm auf die Schliche zu kommen.“
Sam seufzt, dann steht sie auf. „Ist okay. Ich gehe mir mal einen Kaffee holen. Will sonst noch jemand einen?“
Wir schütteln die Köpfe und Sam zieht von dannen.
„Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen?“, frage ich meine beiden Zimmergenossinnen. „Wir können doch nicht von jedem Typen aus der Klasse eine Schriftprobe nehmen.“
Lis betrachtet den Brief und kaut dabei auf ihrer Unterlippe herum. Auf einmal erhellt sich ihr Blick, dann sagt sie: „Doch, genau das müssen wir. Und ich habe auch schon eine Idee, wir wir das anstellen könnten.“

Der restliche Unterricht zieht sich ewig in die Länge. Lis wollte uns nicht verraten, was für ein Einfall ihr gekommen war. Stattdessen vertröstete sie uns auf später.
Uli war seit dem Vorfall mit der Schriftprobe nicht mehr sonderlich gut auf mich zu sprechen. Deswegen sah ich mich in der Pflicht, ihm zu erklären, worum es dabei gegangen war. Als ich meine Ausführungen beende, schüttelt er ungläubig den Kopf.
„Und du hast wirklich gedacht, ich sei in dich verliebt?“, fragt er und wird dabei knallrot.
„Na ja, ich meine … du hast eben so den Anschein gemacht, als ob …“
Er winkt ab. „Ist schon gut“, meint er. „Aber ich kann dir versichern, dass ich keinerlei romantische Gefühle für dich hege.“ Er ist noch immer tiefrot, als er das sagt, aber ich glaube ihm. Ihm ist die ganze Angelegenheit ziemlich peinlich und er scheint nicht sonderlich gerne über Gefühle zu reden.

Nach dem Unterricht können May und ich es kaum erwarten, bis Lis uns endlich in ihre Idee einweiht. Wir setzen uns auf unsere Betten und sehen unserer Zimmergenossin dabei zu, wie sie in ihrem Schrank kramt.
„Ah, da ist es ja“, sagt sie und zieht ein rotes Büchlein hervor.
„Was ist das?“, will ich wissen.
„Oh mein Gott, das ist genial!“, ruft May und klatscht in die Hände.
Ich schaue verwirrt von May zu Lis und wieder zurück. „Kann mich mal jemand aufklären?“
Lis grinst vielsagend und lässt sich auf ihr Bett fallen. „Das ist mein Poesiealbum“, sagt sie. „Da hat so gut wie die ganze Klasse reingeschrieben.“
„Wie cool“, rufe ich und hole den Brief hervor. „Dann lass und gleich mal schauen, ob die Schrift zu einem der Jungs passt.“
Wir lassen uns auf dem Teppich nieder und Lis blättert zum ersten Eintrag, der von einem Jungen geschrieben ist.
„Leute, findet ihr das nicht albern?“, brummt Sam, die auf ihrem Bett liegt und in einer Musikzeitschrift blättert.
„Wieso? Es ist doch total spannend“, ruft May. „Also, Sebastian ist es schon mal nicht.“
Wir blättern zum nächsten Eintrag, der von einem gewissen Thomas stammt. Aber auch dessen Schrift sieht ganz anders aus. So gehen wir einen Jungen nach dem anderen durch. Als wir bei Sven, dem Fußballstar der Klasse, ankommen, hält Lis inne. „Das könnte passen“, meint sie und kaut auf ihrer Unterlippe herum.
„Oh nein, ausgerechnet er“, ruft May und legt Lis den Arm um die Schulter.
„Was ist mit ihm?“, frage ich und schaue meine beiden Zimmergenossinnen an.
„Lis …“, beginnt May und schaut zu ihrer Freundin, die kreidebleich geworden ist.
„Sven ist mein Ex“, sagt Lis und Tränen sammeln sich in ihren Augen.
„Dein Ex und … du warst nicht diejenige, die sich getrennt hat?“, hake ich nach.
Lis schüttelt den Kopf und blinzelt ihre feuchten Augen trocken. „Er hat mich verlassen. Wegen Kerstin aus der Parallelklasse“, sagt sie mit erstickter Stimme. „Mittlerweile haben sich die beiden getrennt. Deshalb habe ich gehofft, dass er …“ Sie stockt.
„Dass er zu dir zurückkommt?“, frage ich.
Lis nickt stumm und wischt sich mit der Hand über die Augen.
„Oh Mann, das tut mir so leid“, sage ich. „Ich kann dir aber versichern, dass ich nichts von Sven will. Ehrlich.“
„Das hilft mir auch nicht weiter“, sagt Lis und ihre Unterlippe zittert. „Er steht auf dich. Ich muss ihn wohl endgültig vergessen.“
„Lis“, schaltet sich jetzt Sam ein, die unser Gespräch wohl trotz Stöpsel in den Ohren mitgehört hat. „Gib nicht auf. Dany sagt doch, dass sie nicht an Sven interessiert ist.“
„Das muss ich erst mal verdauen“, sagt Lis, steht auf und geht zur Tür.
„Wo willst du hin?“, ruft May ihr nach, doch da hat sie die Tür schon hinter sich zugeknallt. „Verdammt“, brummt May. „Hoffentlich macht sie keinen Unsinn.“
„Ich glaube nicht, dass wir uns um Lis Sorgen machen müssen“, sage ich und stehe ebenfalls auf. „Ich gehe ein bisschen in die Bibliothek. Kommt jemand mit?“
„Ich muss noch zwei CDs zurückbringen“, sagt Sam und klettert von ihrem Bett herunter.
„Kommst du auch mit, May?“, frage ich, doch die Asiatin schüttelt den Kopf.
„Nee, geht mal ohne mich. Ich kann jetzt einen Mittagsschlaf vertragen.“

Wenig später betreten Sam und ich die Bibliothek. Während meiner Zimmergenossin ihre CDs abgibt, gehe ich auf die Ständer mit den Spielfilmen zu und sehe sie mir durch. Sam hat mir neulich eröffnet, dass sie einen Laptop dabei hat und darauf Filme geschaut werden können. Da sie mir angeboten hat, mir das Gerät zu borgen, wenn ich mal eine DVD aus der Bibliothek ausleihe, mache ich mich jetzt auf die Suche nach einem guten Film. Ich sehe mir gerade die Liebesfilme durch, als Sam neben mich tritt.
„Halt warte“, ruft sie plötzlich und hält meine Hand fest. Ihre Berührung kribbelt auf meiner Haut wie elektrischer Strom. Ich halte in meiner Bewegung inne und sie greift nach der DVD, die ich gerade überblättert habe.
„Der Film ist echt toll“, sagt sie und hält ihn mir unter die Nase.
Aimee und Jaguar“, lese ich den Titel. „Worum geht es denn da?“
„Um ein lesbisches Pärchen während des zweiten Weltkriegs“, sagt Sam. „Das Kniffelige an der Sache ist, dass eine der beiden mit einem Mann verheiratet und die andere Jüdin ist. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.“
Ich drehe die DVD um und lese mir den Text auf der Rückseite durch. Ich habe noch nie einen lesbischen Film angeschaut, aber die Handlung sagt mir spontan zu. „Klingt spannend!“, sage ich.
„Ist es auch“, bestätigt Sam. „Nicht nur, weil es um Lesben geht.“ Sie grinst und ihre Wangen nehmen einen leichten Rosaton an.
„Wie war das eigentlich bei dir?“, frage ich. „Ich meine, wie hast du herausgefunden, dass du auf Frauen stehst?“
„Ich habe mich in meine damalige beste Freundin verguckt“, sagt Sam und verzieht das Gesicht. „Eine hoffnungslose Liebe, denn sie war stockhetero und mit einem Typen zusammen.“
„Oh, das tut mir leid“, sage ich.
Sam zuckt mit den Schultern. „Ist schon okay. Ich war dreizehn und sowieso noch viel zu jung für eine Beziehung.“
„Hattest du denn mal eine Beziehung?“, hake ich weiter nach.
Sam nickt. „Ja, sie hieß Elena.“
Ich will Sam fragen, ob Elena ihre erste große Liebe war und warum sie nicht mehr mit ihr zusammen ist, aber ich traue mich nicht. Ich möchte nicht alte Wunden aufreißen, vor allem nicht, nachdem ich heute Lis schon so geschockt habe. „Denkst du, Lis verzeiht mir die Sache mit Sven?“
Sam lacht laut auf. „Aber natürlich“, sagt sie. „Es ist doch nicht deine Schuld, dass der Olle sich in dich verguckt hat. Außerdem beruht das ja nicht auf Gegenseitigkeit. Oder?“
Ich schüttle schnell den Kopf. „Nein, auf keinen Fall“, sage ich. Sven sieht zwar sehr heiß aus, das muss selbst ich zugeben, doch er ist absolut nicht mein Typ. Mein erster Eindruck von ihm ist, dass er sich ziemlich abgehoben und arrogant benimmt, vor allem, weil er in Sport so ein Überflieger ist. Ich weiß nicht, wie seine Noten in den anderen Fächern aussehen, aber vermutlich kann er es mit May und Uli nicht mal im Traum aufnehmen.
„Ich gehe mal zu den Musik-CDs“, sagt Sam und ich nicke. Während sie sich am anderen Ende der Bibliothek aufhält, fällt mir wieder das kribbelnde Gefühl ein, als sie meine Hand berührt hat. Was zum Teufel war da los? Wieso reagierte mein Körper so auf Sams Berührung? Ich schüttle den Kopf über mich selbst, kann es mir nicht erklären. Vielleicht liegt es daran, dass ich wegen dieser Verehrersache momentan total durcheinander bin.

„Na, hast du noch was gefunden?“, fragt mich Sam wenig später.
Ich halte zwei DVDs hoch. „Ice Age und Shrek“, sage ich. „Mir war noch nach etwas Lustigem. Ich kann doch deinen Laptop dafür ausleihen, oder?“
„Wieso schauen wir die Filme nicht gemeinsam?“, fragt Sam. „Wir könnten doch einen DVD-Abend machen.“
„Das klingt toll!“, sage ich. „Vielleicht haben ja Lis und May auch Lust darauf.“
„Ja, vielleicht“, sagt Sam und sieht nachdenklich aus.
„Was ist los?“, frage ich sie.
Sie lächelt und schüttelt den Kopf. „Nichts, nichts.“
„Nun sag schon“, bohre ich weiter.
Sam holt tief Luft. „Bist du dir sicher, dass du nicht auf Sven stehst?“
„Aber natürlich bin ich mir da sicher“, sage ich.
„Gut.“ Sam nickt und stellt sich an der Ausleihtheke an.
„Warum ist dir das so wichtig?“, frage ich.
„Ach nur so … wegen Lis.“ Sams Wangen erröten und ich bin mir nicht sicher, ob ihr das glauben soll.

 

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