„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – 5. Kapitel

Huhu ihr Lieben,freche-madchen

heute geht es wieder weiter mit meiner Fortsetzungsgeschichte „Freche Mädchen küssen besser“. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass die Qualität der Geschichte natürlich nicht so gut ist, wie bei einem durchgeplanten und professionell überarbeiten Roman. „Freche Mädchen küssen besser“ ist viel eher ein spontanes Experiment, das ich rein aus Spaß schreibe. Über Feedback freue ich mich aber trotzdem immer.

Die Geschichte ist (heute im Laufe des Tages) auch verfügbar auf SweekWattpad und  FanFiktion.de

Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Darum geht’s:

Die 16-jährige Dany ist überhaupt nicht glücklich, als ihre Eltern sie ins Internat St. Lucia stecken. Weit weg von ihrer Familie zwischen lauter fremden Mädchen soll Dany von nun an ihren Alltag bestreiten. Doch dann lernt sie die 17-jährige Samantha kennen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft – wäre da nur nicht dieses warme Kribbeln, das Dany jedesmal überkommt, wenn Sam sie berührt.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem 5. Kapitel!

5. Ein verhängnisvolles Geschenk

Den Abend verbringen wir zu viert vor Sams Laptop. Wir haben es uns mit unseren Kopfkissen auf dem Teppich gemütlich gemacht und den Laptop in die Mitte gestellt. Nachdem wir abgestimmt hatten, welchen Film wir als erstes ansehen wollen, hatte „Ice Age“ mit knapper Mehrheit gewonnnen. Sam war für den Film über die beiden Lesben während des zweiten Weltkriegs gewesen, doch May und Lis war eher nach etwas Lustigem zumute und auch ich wollte an diesem Abend lieber eine leichte Kost ansehen. Dank des Filmes gelingt es Lis sogar, die Sache mit Sven aus ihrem Kopf zu verdrängen. Zumindest lacht sie herzlich über Sid, das Faultier und ihr trauriger Blick ist verschwunden. Als wir gegen Mitternacht zu Bett gehen, quasseln wir noch eine ganze Weile. Nur Sam hält sich ziemlich zurück und stopft sich wieder die Stöpsel ihres MP3-Players in die Ohren. Erst um zwei Uhr morgens schlafen wir schließlich völlig erschöpft ein.

Als unser Wecker am nächsten Morgen um sieben klingelt, sind wir noch völlig verpeilt. Lediglich Sam scheint einigermaßen fit zu sein, denn sie steht als erste auf und geht ins Bad. Danach schält sich Lis aus ihrem Bett. Trotz der Müdigkeit scheint sie gut gelaunt zu sein. Wir müssen öfters solch einen DVD-Abend veranstalten, denke ich, während ich mir die Bettdecke bis zu den Ohren hochziehe.

„Los du Faulpelz, raus aus dem Bett“, ruft Sam, die gerade aus dem Bad zurückkommt und zieht an meiner Decke. Ich versuche, mich mit aller Kraft in dem weichen Stoff festzukrallen, doch schließlich schafft sie es, mir die Decke vom Leib zu ziehen. Wir enden in einem wilden Gerangel. Ich versuche, Sam die Decke aus den Händen zu zerren, doch sie lässt sie nicht los und lacht laut. Ihr Hände packen meine Arme und ziehen mich aus dem Bett. Ich versuche, zu verhindern, mit dem Po auf dem Boden zu landen, doch da ist es schon zu spät und Sam hat es geschafft, mich aus dem Bett zu bekommen. Eigentlich hätte mich das ärgern müssen, doch ich war viel zu sehr mit etwas anderem beschäftigt: dem seltsamen Kribbeln, das sich schon wieder über meinen ganzen Körper ausbreitet, als Sam meine Arme festhält. Ich spüre, wie mir die Röte ins Gesicht schießt.

Sam lässt mich los und sieht mich auf einmal erschrocken an. „Alles okay mit dir?“, fragt sie.
„Ja, warum?“, antworte ich.
„Du zitterst ja“, sagt sie und deutet auf meine Hände. Tatsächlich bebt mein ganzer Körper.
„Das ist sicher nur die Anspannung“, sage ich. Dabei weiß ich genau, dass das nicht stimmt. Doch den wahren Grund will ich nicht wahrhaben. Es kann nicht sein, dass Sams Berührung mich dermaßen nervös macht. Ich schüttle den Kopf über mich selbst und hebe meine Bettdecke auf, die auf dem Boden liegt. Danach mache ich mich auf den Weg ins Bad.

Als wir das Klassenzimmer betreten, erwartet mich eine neue Überraschung. Wir sind mal wieder die letzten, die ganze Klasse sitzt bereits, sogar Uli ist schon da. Der Stuhl an meinem Platz ist bereits vom Tisch gehoben worden und eine rote Rose liegt auf der Tischplatte.
„Weißt du, wer die da hingelegt hat?“, frage ich Uli.
Dieser zuckt nur die Achseln. „Keine Ahnung“, sagt er. „Die lag schon da, als ich reinkam.“
Ich schaue mich nach meinen Zimmergenossinnen um. Mein Blick fällt auf Lis. Ihre gute Laune ist verschwunden und ihre Augen funkeln wütend. May legt ihr die Hand auf die Schulter, doch sie reißt sich los und stürmt auf Sven zu, der neben Jens sitzt und gerade auf seinem Handy herumtippt.
„Du elender Wichser“, brüllt Lis und reißt ihm das Handy aus den Fingern. Erschrocken schaut Sven auf. Lis‘ Unterlippe zittert vor Wut und sie ist knallrot im Gesicht. „Wie kannst du es wagen, so eine Show abzuziehen?“
„Ich … ich weiß nicht was du meinst“, stammelt Sven und will sich sein Handy zurückholen, doch Lis schmettert es mit voller Wucht gegen die Wand. Das Gerät fällt zu Boden und springt auseinander. Der Akku schlittert über den Fußboden und bleibt vor meinen Füßen liegen.
„Du brauchst gar nicht so zu tun“, schreit Lis. „Ich weiß, dass du hinter der Rose steckst.“
„So ein Blödsinn“, verteidigt sich Sven. „Woher willst du das denn wissen?“
„Ich habe deine Schrift erkannt!“
Sven ringt nach Worte, doch Lis gibt ihm keine Chance.
„Schweig besser“, fährt sie ihn an. „Es kommt ja eh nur Scheiße aus deinem Mund.“ Damit stampft sie zu ihrem Platz und lässt sich darauf nieder. Die ganze Klasse ist so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Keiner traut sich, auch nur einen Mucks von sich zu geben.
Schließlich steht Sven auf und sammelt die Einzelteile seines Handys wieder zusammen. Ich reiche ihm den Akku. Seine Ohren leuchten wie Rudolphs Nase, als er ihn entgegen nimmt. „Danke“, sagt er leise. Dann verdrückt er sich wieder auf seinen Platz. Ich lasse die Rose in meiner Schultasche verschwinden. Für heute hat sie genug Schaden angerichtet.

Lis redet an diesem Tag kein Wort mehr mit mir. Nach der Schule verschwindet sie und keiner weiß, wo sie steckt. Am Nachmittag beschließt May, sie zu suchen. Ich möchte mich anschließen, doch May meint, dass das keine gute Idee sei und ich bleibe mit Sam im Zimmer zurück. Die Rose ist mittlerweile im Mülleimer gelandet, doch auch das konnte Lis nicht besänftigen. Ich liege auf dem Bett und starre Löcher in die Luft. Sam sitzt am Tisch und löst ihre Hausaufgaben. Ich überlege, mich zu ihr zu gesellen, doch ich kann mich nicht dazu aufraffen. Ich fühle mich so schuldig wegen der Sache mit Sven. Es tat mir leid, dass Lis wegen mir derart litt. Sven war ja auch ein Schweinehund. Wieso legt er mir diese verdammte Rose auf den Tisch? Er hätte sich doch denken können, dass er Lis damit verletzt. Schließlich habe ich genug. Ich setze mich auf und sehe zu Sam. „Sag mal, weißt du zufällig, in welchem Zimmer dieser Sven wohnt?“, frage ich.
„Ja, klar“, sagt Sam. „Die Nummer hab ich jetzt nicht im Kopf, aber ich kann dich hinbringen.“
„Das wäre echt lieb von dir“, sage ich.
„Was willst du denn von Sven?“, will Sam wissen und schlägt ihr Mathebuch zu.
„Ich möchte die Sache ein für alle mal mit ihm klären.“
Sam zieht die Augenbrauen hoch. „Gut, ich bringe dich hin.“

Wenig später stehe ich im Zimmer von Sven, Jens und Thomas. Mein heimlicher Verehrer bekommt rosarote Wangen, als ich eintrete.
„Was gibt’s?“, fragt er und versucht, dabei cool zu klingen. Doch ich höre das leichte Zittern in seiner Stimme.
„Kann ich kurz mit dir reden?“, frage ich.
„Klar“, sagt Sven und setzt sich auf.
„Alleine“, betone ich und schaue zu Jens und Thomas, die mich neugierig mustern.
„Jungs, bitte“, sagt Sven und bedeutet seinen Zimmergenossen, den Raum zu verlassen. Die beiden stehen auf und gehen hinaus, wo Sam noch immer auf mich wartet. Die Tür fällt hinter ihnen ins Schloss.
„Was möchtest du … ich meine, was führt dich zu mir?“, fragt Sven und der Rosaton auf seinen Wangen wird noch ein wenig satter und intensiver.
„Ich weiß, dass der Brief von dir stammt“, beginne ich. „Lis war ziemlich verletzt deswegen. Sie liebt dich immer noch, Sven.“
Sven kratzt sich am Kopf. „Der Brief ist nicht von mir.“
Ich kneife die Augen zusammen. „Aber wir haben eindeutig deine Schrift erkannt.“
„Okay, okay …“ Sven hebt die Hände. „Der Brief ist von mir.“
„Und die Rose auch?“
„Ja … die Rose auch.“
„Ich fühle mich wirklich sehr geschmeichelt“, sage ich. „Aber ich erwidere deine Gefühle leider nicht.“
Sven steht auf und kommt auf mich zu. Ich mache einen Schritt rückwärts, doch da pralle ich gegen die Wand. Er steht ganz nah vor mir, legt seine Hand an meine Wange und streicht vorsichtig darüber. „Ich mag dich wirklich sehr, Dany“, sagt er. „Ich weiß, dass Lis damit nicht einverstanden ist. Aber sie muss einfach damit leben, dass ich jemand anderes liebe.“
Ich schiebe ihn sanft von mir. „Es tut mir leid“, sage ich. „Ich empfinde nichts für dich.“
Im nächsten Moment drückt er mich mit beiden Händen fest gegen die Wand und presst seine Lippen auf meine. Ich versuche mich zu wehren und den Kuss zu unterbrechen, doch er ist zu stark. Seine Zunge drängt sich in meinen Mund, wie eine Nacktschnecke. Mir wird übel und ich glaube, mich gleich übergeben zu müssen. Panisch trete ich mit den Füßen nach ihm. Dabei treffe ich ihn am Schienbein.
„Aua, verdammt!“, brüllt er und lässt mich los. Mit verzerrtem Gesicht hält er sein Bein fest.
Ich reagiere blitzschnell und reiße die Tür auf. Zum Glück steht Sam noch davor und wartet auf mich. „Ich muss hier weg“, sage ich. „Schnell, komm.“
Wir eilen den Flur entlang zur Treppe.
„Du wirst schon noch sehen, was du davon hast!“, brüllt mir Sven hinterher. Ich drehe mich nicht zu ihm um. Erst als wir unser Zimmer erreichen, entspanne ich mich.

„Was ist da drin passiert?“, fragt Sam.
„Er hat mich geküsst“, antworte ich und wische mir mit der Hand über die Lippen. Doch ich schmecke immer noch seinen Mund.
„Er hat was?“ Sam wird knallrot. Ihr Kiefer ist angespannt und ihre Hände zu Fäusten geballt. „Dieser Schuft! Wie kann er das nur tun? Hast du ihm nicht gesagt, dass du nichts für ihn fühlst?“
„Doch, natürlich!“ Ich nehme einen Schluck aus meiner Sprudelflasche, um den schlechten Geschmack im Mund loszuwerden. „Es hat ihn aber gar nicht interessiert.“
„Warum hast du das nicht gleich gesagt?“ Sam knirscht mit den Zähnen. „Ich hätte ihn zur Schnecke gemacht, das verspreche ich dir.“
„Beruhige dich, Sam! Er ist es nicht wert, dass wir uns über ihn ärgern.“
Doch Sam zittert vor Wut. Dann packt sie ihren MP3-Player und ihre Laufschuhe. „Ich muss ne Runde joggen.“
„Soll ich mitkommen?“
„Nein. Ich will allein sein.“
Ich sehe ihr nach, wie sie das Zimmer verlässt und die Tür ein wenig zu heftig hinter sich zuzieht, was mich zusammenzucken lässt. Warum reagiert Sam so aufgebracht wegen der Sache mit Sven? Ist sie sauer, weil er Lis damit so sehr verletzt? Irgendetwas sagt mir, dass da mehr dahinter steckt. Mein Herz beginnt heftig zu klopfen. Ich schlucke. Ist es die Möglichkeit …? Geht es ihr am Ende um mich? Der Gedanke daran, dass Sam Gefühle für mich haben könnte, versetzt mich in hellste Aufregung. Meine Hände schwitzen und zittern wieder ein wenig. „Nein, unmöglich!“, sage ich und schüttle den Kopf. „Sam kann auf keinen Fall auf mich stehen.“ Aber was – und diese Frage macht mich noch nervöser, als die nach Sams Gefühlsleben – empfinde ich für Sam? Warum reagiere ich so heftig auf die Idee, dass sie mich mögen könnte? Warum war ich am Morgen so nervös, als Sam mich berührt hat? Tausend Fragen schießen mir durch den Kopf und ich ringe verzweifelt nach Antworten. Bin ich etwa in Sam verliebt? Nein, das ist doch Quatsch. Ich bin hetero. Das war ich doch immer. Ich lege mich aufs Bett und schließe die Augen. Mühsam versuche ich, eine Ordnung in mein Gedankenchaos zu bringen, doch es will mir nicht recht gelingen. Stattdessen taucht Sams Gesicht vor meinem inneren Auge auf. Ich betrachte sie, ihre schmalen Lippen, den Pferdeschwanz, ihre dunkel geschminkten Augen. Sie ist ein sehr hübsches Mädchen, das muss ich zugeben. Und ich muss mir auch eingestehen, dass es in meinem Bauch kribbelt, als ich sie vor mir sehe. Ich strecke in meinen Träumen die Hände nach ihr aus. Berühre sanft ihren Arm. Sie lächelt und mir wird ganz warm dabei.

Verdammt! Ich reiße die Augen auf. Ich kann es nicht länger leugnen: Ich bin langsam aber sicher dabei, mich in Sam zu verlieben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s