„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – 6. Kapitel

Huhu ihr Lieben,freche-madchen

heute geht es wieder weiter mit meiner Fortsetzungsgeschichte „Freche Mädchen küssen besser“. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass die Qualität der Geschichte natürlich nicht so gut ist, wie bei einem durchgeplanten und professionell überarbeiten Roman. „Freche Mädchen küssen besser“ ist viel eher ein spontanes Experiment, das ich rein aus Spaß schreibe. Über Feedback freue ich mich aber trotzdem immer.

Die Geschichte ist (heute im Laufe des Tages) auch verfügbar auf SweekWattpad und  FanFiktion.de

Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Darum geht’s:

Die 16-jährige Dany ist überhaupt nicht glücklich, als ihre Eltern sie ins Internat St. Lucia stecken. Weit weg von ihrer Familie zwischen lauter fremden Mädchen soll Dany von nun an ihren Alltag bestreiten. Doch dann lernt sie die 17-jährige Samantha kennen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft – wäre da nur nicht dieses warme Kribbeln, das Dany jedesmal überkommt, wenn Sam sie berührt.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem 6. Kapitel!

6. Kapitel: Eine Freundin in Not

Mir wird heiß und kalt gleichzeitig. Hat das zu bedeuten, dass ich lesbisch bin? Der Gedanke ist etwas befremdlich, auch wenn ich eigentlich kein Problem mit Homosexuellen habe. Doch es ist immer noch ein Unterschied, ob man mit einer Lesbe befreundet ist oder selbst zu einer wird. Ich wische mir ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. Vielleicht bin ich ja auch bi. Wäre das irgendwie beruhigender? Ich weiß es nicht. Ich komme auch nicht weiter, darüber nachzudenken, denn May kommt zurück und ist völlig außer Atem.
„Hast du sie gefunden?“, will ich wissen und richte mich auf.
May schüttelt den Kopf. „Sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Ich habe die ganze Schule nach ihr abgesucht. Vermutlich ist sie irgendwo im Dorf.“
„Oder im Wald. Sam ist gerade joggen gegegangen, vielleicht findet sie sie ja irgendwo.“
„Ich kann es nur hoffen.“ May klettert auf ihr Bett. „Ich mache mir wirklich Sorgen.“
„Ja, ich auch“, nicke ich. „Dieser Sven ist echt ein Scheusal.“
„Das mit der Rose war gemein“, pflichtet May mir bei. „Aber auf der anderen Seite, ist es auch ganz schön romantisch.“ Sie kichert.
„Ich will aber nichts von ihm!“ Ich stemme die Hände in die Hüften.
„Das solltest du ihm klarmachen“, meint May.
Ach nein, was du nicht sagst, denke ich, doch ich verkneife es mir. Stattdessen verziehe ich das Gesicht. „Das habe ich versucht“, verrate ich. „Aber leider ist es schrecklich schief gegangen.“
„Wieso, was ist passiert? Ist der ausgerastet?“
„Schlimmer!“ Ich blicke betreten zu Boden. Es ist mir peinlich, die Begegnung mit Sven zu beschreiben und mir wird schon wieder übel, als ich an seine Nacktschneckenzunge denke.
„Nun sag schon“, drängt mich May. „Was hat der Schweinehund gesagt?“
„Er hat mich geküsst.“
„Wa… wirklich? Auf den Mund?“
„Ja, natürlich auf den Mund.“ Ich rolle mit den Augen.
„Wow“, sagt May. „So viel Engagement hätte ich ihm gar nicht zugetraut.“
„Er meint es wirklich ernst mit mir.“ Ich seufze und lege mich wieder aufs Bett.
„Hat er es jetzt wenigstens verstanden?“
„Ich hoffe es“, knurre ich.

In diesem Moment piept Mays Handy. Sie zieht es aus der Tasche und schaut darauf. Plötzlich entweicht ihr das letzte bisschen Farbe aus dem Gesicht. „Ach du scheiße“, ruft sie.
„Was ist los?“ Ich sitze kerzengerade im Bett, alarmiert von der Panik in ihrer Stimme.
„Eine SMS von Lis. Eine Frau muss wissen, wenn es Zeit ist, zu gehen. Es tut mir leid. Was zum Teufel soll das denn bedeuten?“
„Das klingt aber gar nicht gut.“ Mein Herz poltert mir gegen die Rippen und Schweiß quillt mir aus den Poren. „Wir sollten die Lehrer verständigen.“
„Ja, komm!“ May ist mit einem Satz an der Tür. Ich klettere aus meinem Bett und folge ihr auf den Gang hinaus. Wir rennen die Treppen hinab und zum Lehrerzimmer. Als auf unser Anklopfen niemand reagiert, versuchen wir es bei Herrn Siebling. Doch auch der Sozialarbeiter scheint nicht da zu sein.
„Wo stecken die denn alle, wenn man einmal jemanden braucht?“, klagt May.
„Habt ihr nicht einen Schulpsychologen?“, frage ich. „Vielleicht treffen wir den ja an.“
„Ja, Herr Wendt. Komm mit.“ Wir huschen die Treppen wieder hinauf und eilen den Gang entlang. Meine Hände fühlen sich taub an und mir ist eiskalt. Ich kann nur hoffen, dass Lis nichts Blödsinniges macht und wir sie noch rechtzeitig finden. May hämmert an die Tür von Herrn Wendt – und diesmal haben wir Glück. Der Psychologe öffnet uns mit einem freundlichen Lächeln, doch als er unsere panischen Gesichter sieht, verfinstert sich seine Miene. „May, was ist passiert?“, fragt er.
„Wir haben eine merkwürdige SMS von Lis bekommen. Ich glaube, sie ist im Begriff etwas ganz, ganz Dummes zu machen.“ May zeigt dem Schulpsychologen die SMS und auch dieser ist sofort alarmiert.
„Wir müssen die Polizei rufen“, sagt er. „Habt ihr eine Anhnung wo Lis sich aufhalten könnte?“
„Vermutlich im Dorf.“ May berichtet, dass sie ihre Freundin auf dem Schulgelände gesucht, aber nicht hatte finden können.
„Okay, ich rufe die Polizei. Danach gehen wir gemeinsam ins Dorf und suchen nach Lis. Könnt ihr noch ein paar Klassenkameraden zusammentrommeln? Je mehr wir sind desto besser“, sagt der Schulpsychologe und zückt sein Handy. Während er den Notruf wählt, flitzen May und ich zu den Mädchenschlafräumen und bitten unsere Klassenkameradinnen und auch ein paar Mädchen aus den unteren Stufen, uns bei der Suche zu helfen. Viele erklären sich bereit dazu und schließlich macht sich eine große Truppe auf den Weg ins Dorf. Es ist nicht weit, nur ein Stück durch den Wald und dan am Fluss entlang. Mir ist die ganze Zeit über kalt, doch ich weiß nicht, ob das an der Luft liegt oder ob ich innerlich zu Eis erstarre. In Gedanken bin ich immer nur bei Lis und hoffe, dass sie nichts Blödes macht. Gleichzeitig fühle ich mich wahnsinnig schuldig und für das Drama verantwortlich. Wenn ich nicht gewesen wäre, wäre unsere Freundin jetzt nicht in großer Gefahr.

Im Ortskern teilen wir uns auf und beschließen uns in zwei Stunden wieder an dieser Stelle zu treffen. Dann schwärmen wir aus. May und ich machen uns auf den Weg zur nahegelegenen Autobahnbrücke, mit einem Umweg zum Bahnhof. Ein paar andere suchen das Ortszentrum und die Hauptstraße nach ihr ab, ein paar weitere Mädchen gehen zur Flusspromenade. May hastet so schnell den Gehweg entlang, dass ich Mühe habe, ihr zu folgen. Auf halbem Weg bekomme ich auch noch Seitenstechen und muss fest auf die Zähne beißen, um weiterzugehen. Ein frischer Wind kommt auf und pustet uns kräftig durch. Ich wische mir ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, doch der Wind bläßt sie sofort wieder in meine Augen. Zu allem Überfluss fängt es jetzt auch noch an zu Tröpfeln. Wir setzen unsere Kapuzen auf und eilen weiter, dabei halten wir immer die Augen nach Lis geöffnet. Doch wir können sie nirgends erspähen. Als wir den Bahnhof erreichen, gönnen wir uns eine kurze Verschnaufpause. Ich lasse mir eine Capri-Sonne und einen Schokoriegel aus dem Automaten am Gleis, um mich zu stärken. May tänzelt die ganze Zeit über nur unruhig von einem Fuß auf den anderen und wartet darauf, dass ich endlich aufgegessen und leergetrunken habe und wir weiter können.
„Wie weit es es noch bis zur Autobahnbrücke?“, frage ich.
„Es dürften schon noch zwei Kilometer sein“, erwiedert May. „Schaffst du das noch?“
„Ja, ich denke schon. Lass uns losgehen, bevor es richtig zu Schütten anfängt.“

Wir machen uns wieder auf den Weg. Dabei wechseln wir nicht auch nur ein Wort und die Stille zwischen uns macht mich fast wahnsinnig. Aber mir will auch nichts einfallen, was ich in dieser Situation zu May hätte sagen können. Ich weiß, dass sie um ihre beste Freundin bangt, genauso wie auch ich das tue. Deshalb kommt mir alles, was ich sagen könnte, blödsinnig vor. Schließlich kommt die Autobahnbrücke in Sicht. Doch von Lis fehlt jede Spur.

„Scheiße“, flucht May. „Ich hatte gehofft, dass sie vielleicht hier ist. Wenn du dir etwas antun wolltest, wo würdest du dann hingehen?“
„Entweder auf eine Brücke oder …“ Ich überlege. „Zum Fluss vielleicht?“
„Ja, lass uns zurückgehen und schauen, ob die anderen Mädchen Lis aufgespürt haben.“ Wir machen uns auf den Rückweg und mir kommt die Strecke doppelt so lang wie beim ersten Mal vor. Der Wind pfeift uns immer heftiger um die Ohren und wirbelt uns die Kapuzen vom Kopf und die Haare durcheinander. Ich vergrabe die Hände in meinen Jackentaschen und haste über den Bürgersteig, immer etwa zwei Schritte hinter May. In diesem Moment klingelt Mays Handy. Mit zitternden Fingern fischt sie ihr Mobiltelefon aus der Tasche und presst es sich ans Ohr.
„Ja? Sam, hey. Wir sind im Dorf. Lis hat mir eine merkwürdige SMS geschickt und deshalb suchen wir sie.“
Ich hole May auf, um auch ja kein Wort der Unterhaltung zu verpassen.
„Was? Das ist doch nicht möglich!“, ruft diese und reißt überrascht die Augen auf. „Wie konnte sie das nur machen? Wir haben uns solche Sorgen gemacht! Weiß Herr Wendt Bescheid? Dann sage es ihm. Okay, wir kommen zum Internat. Bis später, danke für deinen Anruf.“
„Was ist los?“, will ich wissen.
May schiebt ihr Handy zurück in ihre Tasche. „Lis ist im Zimmer. Sie war da, als Sam zurückgekehrt ist.“
„Was, sie ist in unserem Zimmer?“, rufe ich und bin gleichzeitig einfach nur wahnsinnig erleichtert.
„Ja, sie ist wohl doch noch vernünftig geworden.“ May schüttelt den Kopf. „Verdammt, ich habe mir solche Sorgen um sie gemacht. Ich dachte schon, ich sehe sie nie wieder.“

Eine Dreiviertelstunde später sind auch wir zurück im Internat und tatsächlich sitzt Lis auf ihrem Bett, als wir das Zimmer betreten.
„Verdammt, Lis! Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“, ruft May und fällt ihrer Freundin in die Arme.
Lis schluchzt und erst jetzt realisiere ich, dass sie die ganze Zeit geweint hat. Ihre Augen sind rot und verqollen und ihre Wimperntusche hinterlässt schwarze Ränder auf ihrem Gesicht.
„Es tut mir so leid“, sagt Lis. „Ich war so wütend. Ich wollte wirklich … ich meine …“
„Ja, wir wissen, was du meinst“, sagt May und streicht ihrer Freundin übers Haar. „Gott sei Dank ist dir nichts passiert.“
Erst jetzt fällt Lis‘ Blick auf mich und ihre Augen verengen sich zu Schlitzen. „Alles nur, wegen dir!“, brüllt sie und zeigt mit dem Finger auf mich. „Es wäre alles gar nicht soweit gekommen, wenn du Sven nicht geküsst hättest.“
„Was? Woher weißt du …?“
„Es steht auf Facebook.“ Lis wischt sich über die Augen. Ihre Lippe zittert vor Wut und ihre Zähne knirschen.
„Was?“, rufe ich entsetzt. Ich zücke mein Handy und lade Facebook.
„Du musst in die Gruppe von unserer Klasse schauen“, sagt Lis und ballt die Hände zu Fäusten. Ich habe das Gefühl, dass lediglich May, die ihre Freundin noch immer umarmt, sie davon abhält, mir an die Gurgel zu springen. Ich öffne die Gruppenseite unserer Klasse und was ich da lese, zieht mir den Boden unter den Füßen weg: „Ganz ehrlich, Leute! Dany zu küssen, fühlt sich an, als würde man ne Kröte knutschen. Einfach eklig!“

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