„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 8

Huhu ihr Lieben,

schön, dass ihr wieder vorbeischaut. Heute geht es wieder weiter mit Dany, Sam und ihren Freunden und ich bin schon gespannt, wie euch das aktuelle Kapitel gefallen wird. Heute wird es sehr gefühlvoll – soviel sei verraten. 😉freche-madchen

In letzter Zeit wurden Stimmen laut, die wollten, dass ich die Blogromanfolgen in wöchentlichen anstatt zweiwöchigen Folgen bringe. Ich habe nur die Befürchtung, dass ich das mit all den Projekten, die ich momentan am Laufen habe, nicht unter einen Hut bekomme. Deshalb belasse ich es erst einmal so, wie es ist. Das kann sich aber in den zukünftigen Monaten immer noch ändern.

Nächste Woche werde ich übrigens über den Blogroman ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, wie ich auf die Idee gekommen bin und wie es bisher so läuft.

Im Laufe des Tages wird das 8. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Jetzt aber viel Spaß mit dem 8. Kapitel!

8. Die Sommerparty

Die Zeit vergeht wie im Flug und ruckzuck steht die Sommerparty vor der Tür. Meine Klassenkameraden haben schon seit Tagen über nichts anderes gesprochen und Lis war ganz in ihrem Element, da sie ja im Organisationsteam war. Am Donnerstagnachmittag brach sie mit May in die nächstgelegene Großstadt auf, um ein passendes Flower-Power-Outfit zu besorgen. Für Sam und mich stand fest, dass wir ganz normal in Jeans und T-Shirt hingehen würden und ich war Sam insgeheim sehr dankbar dafür.

Lis ist immer noch böse mit mir, was sich vor allem darin äußert, dass sie mich eiskalt ignoriert. Außerdem scheint sie es Sam übelzunehmen, dass diese auf meiner Seite ist, weshalb sie mit ihr auch nur noch spricht, wenn es sich nicht vermeiden lässt. May hingegen scheint mir verziehen zu haben. Zumindest half sie mir bei den Mathehausaufgaben, bei denen sie mal wieder voll den Durchblick hatte.

Als wir uns für die Sommerparty fertigmachen, pfeift Lis die Meloldie von „Mr. Tambourine Man“ und hilft May, ihr glattes Haar mit einem Lockenstab in eine wuschelige Mähne zu verwandeln. Ich trage etwas Eyeliner und Mascara auf und benutze meinen Strawberry-Lipgloss, der so herrlich nach Erdbeeren duftet. Ein bisschen Styling muss schon auch sein, wobei Sam es sich wirklich leicht macht. Sie hat das Haar in ihrem Pferdeschwanz ein wenig auftoupiert und auf der Nase trägt sie eine John-Lennon-Sonnenbrille. Ansonsten sieht sie aus wie immer – T-Shirt, Jeans, Sneakers. Und das ist es, was sie so perfekt macht – Sam ist einfach super, so wie sie ist. Sie braucht sich nicht zu verkleiden, um toll auszusehen. Ich bemerke, dass ich sie anstarre und schaue schnell weg. Mein Gesicht wird ganz heiß. Hoffentlich hat keiner meine bewundernden Blicke gesehen.

Wenig später betreten wir die Aula, die sich in einen Dancefloor verwandelt hat. Gerade dröhnt aus allen Lautsprechern „Summer in the City“ von The Lovin‘ Spoonful. Ich kenne das Lied von meinem Vater. Ein Hit aus seiner Jugendzeit – wie oft haben wir diese Musik im Auto gehört? Lis und May stürmen die Tanzfläche und bewegen sich im Rhythmus der Musik. Ich schaue mich weiter im Raum um. An der Decke hängt eine schillernde Glitzerkugel und bunte Scheinwerfer blinken auf. Etwas abseits von der Tanzfläche befindet sich eine Bar, die allerlei Getränke anbietet. Vermutlich nur Alkoholfreies. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einer Schulfete von Minderjährigen Alkohol ausgeschenkt werden dürfte.

„Na los, worauf wartest du?“, ruft mir Sam über die Musik hinweg zu. „Zeigen wir denen, wie man richtig abtanzt.“

Ich will bemerken, dass ich keine besonders gute Tänzerin bin, aber da hat mich Sam schon auf die Tanzfläche gezogen. Also versuche ich, mich möglichst geschmeidig im Rhythmus der Musik zu bewegen, doch es fällt mir schwer und ich habe das Gefühl, dass ich mich total lächerlich mache. Ich sehe zu Sam. Ihr Blick ruht auf mir und sie lächelt. Ich erwidere ihr Lächeln schüchtern. Sie nickt mir zu und hebt die Hände über den Kopf. Dann wackelt sie mit ihrem Hinterteil. Ich muss lachen, doch den Jungs scheint das zu gefallen. Sie zieht sämtliche Blicke und Pfiffe auf sich. Schade nur, dass sie überhaupt keine Chance bei Sam haben. Ich kann ihren Po nicht mehr aus den Augen lassen. Er wackelt vor mir hin und her und sieht dabei einfach zum Anbeißen aus. Am liebsten würde ich ihn berühren, würde ganz sanft darüberstreicheln. Erschrocken über diesen Gedanken schüttle ich den Kopf.

„Was ist?“, ruft mir Sam zu.

„Ach nichts“, sage ich und mache eine wegwerfende Handbewegung. Doch das stimmt nicht. Mir läuft der Schweiß in Strömen den Rücken hinunter und mein T-Shirt klebt mir auf der Haut. Mir wird ein bisschen schwindlig und ich taumle. Genau in diesem Moment legt der DJ „Happy Together“ von den Turtles auf. Ich muss grinsen. Das ist das Lied meiner Eltern. Ich stelle mir vor, wie sie dazu tanzen, damals in den Sechzigern. Ich sehe sie bildhaft vor mir, meine Mutter mit ihren langen blonden Haaren und mein Vater, mit deutlich mehr Haaren auf dem Kopf als heute.

Plötzlich nimmt Sam meine Hand. Ich sehe verwundert auf. Sie kommt ganz nah an mich heran. „Komm mit“, raunt sie mir zu. „Gehen wir mal zur Bar.“ Ihr Atem kitzelt über mein Gesicht und ich bekomme am ganzen Körper Gänsehaut.

„Ist gut!“, sage ich schnell und folge ihr durch die tanzende Meute zur Bar hinüber.

Sam lehnt sich an den Tresen und fragt das blonde Mädchen hinter der Theke: „Was habt ihr denn so im Angebot?“

„Wir haben verschiedene Cocktails, Softdrinks, Säfte …“

„Habt ihr auch was … was reinhaut?“ Sam grinst schelmisch.

„Wenn du Alkohol meinst, nein das haben wir nicht“, sagt das Mädchen und verzieht bedauernd das Gesicht.

Sam macht ein enttäuschtes Gesicht. „Na gut, dann einen O-Saft für mich. Und für dich?“ Sie sieht mich an.

„Eine Cola light, bitte.“

„Kommt sofort.“ Das Mädchen hinter der Theke dreht sich um und nimmt eine Cola light und eine Tüte Orangensaft aus dem Kühlschrank, der hinter ihr steht. Dann schnappt sie zwei Gläser aus dem kleinen Regal, das hinter der Bar aufgebaut wurde, und füllt die Getränke ein. „Mit Eiswürfel oder ohne?“

„Ohne“, sagen Sam und ich wie aus einem Mund.

In diesem Moment läuft „I’m A Believer“ von den Monkees an und Sam beginnt mit den Händen im Rhythmus auf die Theke zu trommeln. „Ich liebe dieses Lied“, ruft sie.

„Ich auch“, gebe ich zu. Die Monkees mochte ich schon immer recht gerne.

„Ich wusste gar nicht, dass du sowas hörst.“ Sam schaut mich verwundert an.

„Naja, gezwungenermaßen“, sage ich und grinse. „Mein Vater hört ständig solche Musik.“

„Verstehe. Meine Eltern hören nur Klassik. Und trotzdem liebe ich Oldies. Wenn ich auf Konzerte gehe, bin ich meist die Jüngste im Publikum.“ Sie lacht laut und ich stimme mit ein.

Das Mädchen hinter der Theke stellt uns unsere Getränke hin. „Das macht jeweils 1,50 Euro“, sagt sie.

„Habt ihr aufgeschlagen?“, fragt Sam und zieht ihren Geldbeutel hervor. „Letztes Jahr haben Getränke doch nur einen Euro gekostet, oder?“

„Tja, alles wird teurer. Wir waren leider gezwungen, die Kosten anzuheben.“ Das Mädchen zuckt mit den Achseln.

Ich taste in meiner Gesäßtasche nach meinem Portemonnaie, doch da ist nichts. „Scheiße“, fluche ich. „Ich habe mein Geld im Zimmer vergessen. Kannst du mir was leihen?“

„Ach was“, sagt Sam und macht eine wegwerfende Handbewegung. „Die Cola light geht auf mich.“

„Wirklich?“, frage ich. „Ich kann dir wirklich das Geld geben, wenn du …“

„Du hast genug Scheiße am Hals“, sagt Sam. „Betrachte dich als eingeladen.“

„Danke“, ich werde rot. „Das ist wirklich lieb von dir.“

„Nicht der Rede wert.“ Sie schüttelt den Kopf und nippt an ihrem Orangensaft.

Ich nehme einen Schluck von meiner Cola light. Sie ist auch ohne Eiswürfel ziemlich kalt. Ich spüre wie das Getränk meine Speiseröhre hinunterrinnt. Dabei beobachte ich Sam. Sie wippt jetzt mit dem Fuß im Takt der Musik. Dabei nippt sie mit ihren roten Lippen an ihrem Glas und nimmt kleine Schlucke. Ihre Augen sind auf die Tanzfläche gerichtet, als beobachte sie etwas. Ich folge ihrem Blick, kann aber nichts Interessantes entdecken, das ihren Blick gefangen hält. Als ich sie wieder anschaue, blickt sie mir direkt in die Augen und lächelt. Mir wird von diesem Anblick ganz schwindelig und ich muss mich an der Theke festhalten, um nicht aus den Latschen zu kippen.

„Alles klar bei dir?“, fragt Sam.

Ich nicke, doch mittlerweile dreht sich alles um mich herum. Wankend mache ich einen Schritt vorwärts, dabei verschütte ich ein bisschen etwas von meiner Cola light und es landet direkt auf Sams Jeans. „Oh, verdammt, tut mir leid“, rufe ich und zucke dabei so heftig zusammen, dass noch mehr Cola über den Rand des Glases schwappt.

Sam nimmt mir das Glas aus der Hand. „Bist du wirklich okay? Du zitterst ja.“

„Mir ist ein bisschen … komisch“, sage ich und versuche Sam dabei anzusehen, doch der Raum um uns herum dreht sich wie ein Karussell.

„Komm, wir gehen mal kurz an die frische Luft.“ Sie stellt beide Gläser auf der Theke ab und legt ihren Arm um mich. Ihre Berührung lässt mich nur noch mehr schwitzen und der Boden schwankt, wie auf einem Schiff bei Wellengang. Wir verlassen die Aula und treten hinaus ins Freie. Es ist ein schwülheißer Sommertag und die Sonne knallt auf uns herunter. Vor dem Internatsgebäude stehen ebenfalls ein paar Schüler, doch wir lassen sie hinter uns und gehen auf den Wald zu. Sam meint, ich bräuchte jetzt ein bisschen Ruhe. Wir lassen uns auf einer Bank am Waldrand nieder und ich atme erst einmal tief durch.

„Wird’s besser?“ Sam schaut mich an und ich erkenne Sorge in ihrem Blick.

„Mir ist immer noch ziemlich schwindelig“, gebe ich zu. „Aber die frische Luft tut gut. Ich wünschte nur, es wäre nicht so heiß.“

„Ja, aber hier im Schatten der Bäume geht’s einigermaßen, oder?“ Sam fächelt mir mit den Händen etwas Luft zu.

„Wahrscheinlich macht mein Kreislauf mal wieder schlapp“, vermute ich und wische mir den Schweiß von der Stirn.

„Hast du das öfters an heißen Tagen?“

„Ja … und in der Aula war auch die Luft so stickig.“

„Da hast du allerdings recht“, gibt Sam zu. Sie streicht mir mit den Fingern über die Wange. Ich bebe unter ihrer Berührung. Mir wird noch heißer, als mir sowieso schon ist und alles beginnt sich zu drehen.

„Ich glaube, ich muss mich hinlegen …“, keuche ich, als ich schon merke, wie ich seitlich wegkippe.

Sam fängt mich auf und legt mich auf die Bank. Ich bemerke, wie sie aufsteht und zu meinen Füßen geht. Sie schnappt sich meine Beine und hält sie nach oben. Das Blut läuft mir in den Kopf und der Schwindel lässt nach.

„Alles okay?“, fragt Sam. Sie mustert mich besorgt.

„Ja … nur der Kreislauf.“

„Brauchst du einen Arzt?“

„Nein, es geht schon wieder.“ Ich will mich aufsetzen, doch Sam drückt mich zurück auf die Bank.

„Schön liegen bleiben“, sagt sie. „Ruhe dich noch ein bisschen aus.“ Sie geht neben mir in die Hocke und streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie ist mir so nah, dass ihr Atem meine Wangen kitzelt. „Wird es besser?“

Ich nicke. „Ja, ich glaube schon.“

Sie lächelt und sieht dabei so bezaubernd aus, dass in meinem Bauch ein ganzer Schwarm Schmetterlinge abhebt und wild durcheinander flattert. Ich spüre, wie mir das Blut ins Gesicht schießt. Verdammt, wieso spielt mein Körper nur jedes Mal verrückt, wenn Sam bei mir ist?

Sie fächelt mir wieder Luft zu. Ein sanfter Windhauch verteilt sich über meinem Gesicht. Ich atme tief ein und lasse die Luft aus meinen Lungenflügeln strömen.

„Genau, tief atmen“, sagt Sam. „Dann wird dein Gehirn mit Sauerstoff versorgt.“

„Mir geht’s wirklich schon viel besser“, sage ich, doch meine Stimme zittert. Ich fühle mich in ihrer Gegenwart so nervös, auch wenn ich versuche, es zu verbergen.

„Gut, dann setze dich ganz langsam auf …“

Ich richte mich auf und wische mir mit dem Hand über mein feuchtes Gesicht.

„Geht’s?“, fragt Sam.

„Alles bestens“, sage ich und schenke ihr ein nervöses Lächeln.

Sie setzt sich neben mich auf die Bank und betrachtet mich. „Du siehst auch schon wieder viel besser aus. Hast wieder ein bisschen Farbe im Gesicht. Vorhin warst du bleich wie ein Bettlaken.“

„Danke“, sage ich.

„Danke wofür?“

„Dass du dich so lieb um mich gekümmert hast.“

Sam lacht laut auf. „Aber das ist doch selbstverständlich, Süße.“

Mein Herz macht einen Hüpfer. Hat sie mich eben „Süße“ genannt? Das gefällt mir. Sam darf mich immer so nennen. Aber nur Sam. Bei jedem anderen Menschen wäre mir das unangenehm, aber nicht bei ihr. Ich hatte sie das Wort noch nie benutzen hören. Weder bei Lis, noch May, noch irgendjemand anderem. Ob ich mir darauf etwas einbilden kann? Findet sie mich wirklich süß oder hat sie das nur so dahergesagt? Meine Gedanken überschlagen sich und ich sehe mir selbst dabei zu, wie ich zärtlich Sams Gesicht berühre. Ihre Wangen sind so weich wie ein Babypopo. Sie lächelt, als ich sanft über ihr Gesicht streiche. Ich sehe ihr tief in ihre wunderschönen Augen. Der Schwindel kehrt zurück, doch ich ignoriere ihn. In diesem Moment existieren nur noch Sam und ich, alles um uns herum verschwindet.

„Dany?“, fragt Sam leise. „Dany, was tust du?“

„Ich weiß nicht, ich …“, stammle ich und lasse Sam los. Doch sie hält meine Hand fest und drückt sie zurück auf ihre Wange.

„Ich mag das, Dany“, flüstert sie.

„Ich … aber …“

Sie presst mir ihren Finger auf die Lippen. „Psst! Reden ist im Moment unnötig.“

Die nächsten Sekunden verinnen wie in Zeitlupe. Sam umfasst mit ihren Händen meinen Kopf und ihr Gesicht kommt immer näher. Ich halte die Luft an. Ihre Lippen treffen die meinen. Sie fühlen sie so warm und weich an. Ganz sanft knabbern sie an meinem Mund. Mir wird schlagartig kochend heiß. Meine Hände liegen an ihren Hüften. Ich ziehe sie näher an mich heran. Sie legt die Hände in meinen Nacken und krault ihn ganz sanft. Ich bekomme Gänsehaut am ganzen Körper. Unsere Lippen lösen sich wieder voneinander und sie lehnt ihre Stirn gegen meine. Ihr Atem geht tief und ruhig. „Wow …“, flüstert sie.

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