„Frechen Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 11

Hallöchen,

schön, dass du wieder vorbeischaust. Heute geht es weiter mit Dany, Sam und ihren freche-madchenFreunden. Inzwischen haben sich noch weitere Leser auf FanFiktion.de und Wattpad dazu gesellt und das freut mich sehr. Insgesamt kommt die Geschichte gut an – und was könnte sich eine Autorin mehr wünschen? 🙂

Im Laufe des Tages wird das 11. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommst du hier.

Jetzt aber viel Spaß mit Kapitel 11.

11. Frühstücksgespräche

„Na ja, aber es ist aussichstlos.“ Ich wische mir die mit Marmelade bekleckerten Finger an einer Serviette ab. „Sam ist nicht an mir interessiert.“

„Bist du dir da so sicher?“ Uli beäugt mich skeptisch. „Also, ich hatte schon den Eindruck, dass sie in dir mehr als eine gute Freundin sieht.“

Ich schüttle den Kopf. „Ich sage dir jetzt etwas, das musst du aber für dich behalten, okay?“

„Natürlich.“ Uli beugt sich zu mir hinüber, sodass ich ihm ins Ohr flüstern kann.

„Wir haben uns geküsst.“

„Nein! Wirklich?“ Er lacht laut auf. „Das ist doch super!“

„Ja … an sich schon.“ Ich rutsche unruhig auf meinem Stuhl hin und her. „Aber Sam hat der Kuss nichts bedeutet. Sie meinte, sie hätte nur meine Neugier befriedigen wollen.“

„Und das hast du ihr geglaubt?“, fragt Uli und zieht die Augenbrauen hoch.

„Ja, natürlich habe ich ihr das geglaubt. Warum sollte sie mich denn anlügen?“

„Weil sie vielleicht unsicherer ist, als sie zugibt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich schon öfters in heterosexuelle Mädchen verliebt hat und bei ihnen abgeblitzt ist. Jetzt möchte sie sich schützen. Sie will nicht, dass ihr so etwas nochmal passiert. Und sie glaubt nun mal, dass du hetero bist.“

„Meinst du wirklich?“ Ein kleines Pflänzchen der Hoffnung öffnet in meinem Herzen seine Blüten und reckt sich der Sonne zu. Könnte Uli recht haben? War Sam wirklich an mir interessiert?

„Ganz sicher kann ich es natürlich nicht sagen“, meint Uli. „Aber mein Gefühl sagt mir, dass ihr beide füreinander bestimmt seid.“

„Oh mein Gott“, keuche ich. „Das wäre so unglaublich. Danke, Uli!“ Ich drücke meinem Klassenkameraden ein Küsschen auf die pickelige Wange und er bekommt knallrote Ohren.

„Ist doch selbstverständlich.“ Er winkt ab und grinst verlegen.

Ich trinke meinen Tee aus und stelle die Tasse wieder aufs Tablett. „Aber wie bekomme ich heraus, ob Sam wirklich nur unsicher ist?“

„Das Beste wäre wohl, wenn du ganz ehrlich zu ihr bist.“

„Du meinst, ich soll ihr meine Liebe gestehen?“

„Ist es denn schon Liebe? Oder eher nur Verknalltsein?“

Ich denke einen Augenblick nach und kaue dabei auf meiner Unterlippe herum. Das ist eine gute und berechtigte Frage. So genau hatte ich mir das noch gar nicht durch den Kopf gehen lassen.

„In mir kribbelt eben immer alles, wenn sie mich berührt und wenn sie mich anlächelt, könnte ich die ganze Welt umarmen“, sage ich leise.

Uli schürzt die Lippen und nickt. „Da könnte sich schon etwas Ernstes daraus entwickeln. Ich finde, du solltest ihr einfach sagen, was du empfindest.“

„Dass ich sie sehr mag und ich sie gerne wieder küssen würde?“

„Genau, so ungefähr. Und dann siehst du schon, wie sie reagiert.“

Ich nicke langsam. Nervosität macht sich in meinem Bauch breit und mein Darm grummelt. „Was mache ich, wenn ich mich gettäuscht habe?“

„Dann weißt du wenigstens, woran du bist“, meint Uli und nimmt meine Hand. Er drückt sie leicht mit seinen feuchten, warmen Fingern. „Du schaffst das schon. Alles wird gut, glaube mir.“

„Was wird gut?“, höre ich plötzlich Sams Stimme.

Ich sehe auf. Sie steht vor mir und schaut mich neugierig an.

„Darf ich mich zu euch gesellen?“ Sam stellt ihr volles Tablett auf dem Tisch ab.

„Natürlich, setzt dich“, sage ich und deute auf den Stuhl neben mir. Ihre Präsenz sorgt dafür, dass ich noch nervöser werde. Hat sie unser Gespräch etwa mitbekommen?

„Hallo Langschläferin“, sagt Uli und grinst.

„Hallo Boxweltmeister“, antwortet Sam. „Wie ich sehe, hast du den Direktor überlebt.“

„Bis darauf, dass ich dem Hausmeister unter die Arme greifen muss, ist alles glimpflich verlaufen“, sagt Uli.

„Gott sie Dank.“ Sam beißt von ihrem Nutellabrot ab. „Ich habe mir schon ernsthaft Sorgen gemacht.“

Uli winkt ab. „Um mich braucht ihr euch keine Sorgen zu machen.“

„Dann ist ja gut.“ Sam rührt in ihrer Tasse. Dabei stößt sie mit dem Ellbogen gegen meinen Arm. Ein warmer Schauer läuft mir über den ganzen Körper und mein Herz wummert in meiner Brust. Sie sitzt so nah neben mir, ich kann sogar ihre Wärme spüren. Schweiß quillt mir aus allen Poren und ich bin mir sicher, dass ich ein ganz rotes Gesicht bekomme.

„Ach verdammt, jetzt habe ich den Zucker für meinen Tee vergessen“, sagt sie und will aufstehen, doch ich bin schneller.

„Ich geh schon“, sage ich.

„Wirklich? Macht es dir nichts aus? Ich kann auch selbst …“

„Ach wo, ich bin doch schon fertig. Frühstücke du in Ruhe, in hole dir ein Päckchen Zucker.“

Es ist gut, einen Moment von Sam wegzukommen. So kann sich mein Körper wieder beruhigen. Ich gehe zur Theke mit dem Tee und schnappe mir ein Päckchen Zucker aus dem Gefäß. Ich atme ruhig durch. Mein ganzer Körper zittert und mein T-Shirt klebt mir am Körper. Ich schaue mich um und als ich mich versichert habe, dass keiner mich beobachtet, rieche ich unter meinen Achseln. Bis auf den Duft meines Deos zieht mir aber nichts in die Nase. Mein Herzschlag beruhigt sich und ich mache mich mit dem Päckchen Zucker wieder auf den Weg zurück. Dabei beobachte ich Sam und Uli. Letzterer sagt gerade etwas, worüber Sam herzlich lachen muss. Beim Klang ihres Lachens wird mein Körper schon wieder ganz kribbelig. Schließlich komme ich am Tisch an und setze mich wieder neben Sam. Ich lege ihr das Päckchen Zucker aufs Tablett.

„Danke, du bist echt ein Schatz“, sagt Sam, öffnet es und schüttet den weißen Inhalt in ihre Teetasse.

„Bitte, immer gern“, antworte ich und bekomme ganz heiße Ohren. Bestimmt sind sie knallrot. Ich habe Glück, dass sie durch meine Haare verdeckt sind.

„Müsst ihr auch noch auf die Bioarbeit lernen?“, fragt Uli.

Sam verzieht das Gesicht. „Musst du mich daran erinnern? Es ist das Wochenende nach der Sommerparty, da denke ich doch nicht an Schule.“

„Ich muss noch darauf lernen“, bemerke ich. „Ich habe noch gar nichts gemacht und ich will die Arbeit auf keinen Fall versauen.“

„Sollen wir uns heute nach dem Mittagessen zum Lernen treffen? Meine Zimmernachbarn gehen ins Dorf, wir könnten uns also bei mir treffen“, schlägt Uli vor.

„Welche Zimmernummer bist du denn?“, fragt Sam.

„218.“

„Ist das nicht das Zimmer gleich neben Svens?“, frage ich und weigere mich innerlich dagegen, mich an den unfreiwilligen Kuss zu erinnern, doch er drängt sich in mein Bewusstsein.

„Ja, genau“, sagt Uli. „Ist das ein Problem?“

„Ich denke nicht“, sagt Sam und legt den Arm um meine Schultern. „Hoffen wir einfach, dass er nicht zufällig auf dem Flur steht, wenn wir vorbeikommen.“

Zurück auf unserem Zimmer sehen Sam und ich uns noch den Film zu Ende an, den wir in der Nacht begonnen hatten. Das Ende ist so traurig, dass ich ein paar Tränchen verdrücken muss. Auch Sam sieht ziemlich mitgenommen aus.

„Hat dir der Film gefallen?“, fragt sie, als der Abspann über den Bildschirm läuft.

„Ja, er war sehr … gefühlvoll“, antworte ich. „Aber auch traurig. Vor allem der Schluss hat es in sich.“

„Ich weiß“, sagt Sam und nickt. „Der Film basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit. Wahrscheinlich ist das Ende deshalb so schlimm. Im wahren Leben gibt es selten ein Happy End.“ Sie sagt es so traurig, dass ich einen Kloß im Hals spüre und ihn schmerzhaft hinunterschlucken muss. Was meint sie damit? Hat sie schon so schlimme Erfahrungen machen müssen? Ich traue mich nicht, sie zu fragen. Eigentlich geht es mich ja auch nichts an, aber ich möchte ihren Schmerz mit ihr teilen.
„Du weißt, du kannst jederzeit mit mir reden“, sage ich deshalb.

„Was meinst du?“ Sam sieht mich irritiert an.

„Du hast gerade so traurig geschaut, da dachte ich …“

Sie winkt ab. „Nicht so wichtig. Jeder macht mal schlechte Erfahrungen, oder?“ Sie bemüht sich um ein Lächeln, aber es misslingt ihr.

Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg zu Ulis Zimmer. Ich bete innerlich, dass wir Sven nicht über den Weg laufen, doch als wir das Stockwerk der Jungenschlafsäle erreichen, steht die Tür zu Svens Zimmer offen. Ich bleibe stehen.

„Mist!“, sage ich und deute mit den Kopf auf die offene Tür.

Sams Kiefer spannt sich an. Sie nimmt meine Hand. „Komm“, sagt sie. „Er wird schon nicht rauskommen.“

Wir huschen so schnell wir können am Zimmer vorbei, doch es nützt alles nichts. Sven sieht uns und ruft uns nach: „Uiii, Händchen haltend? Bist du jetzt unter die Lesben gegangen, Dany?“

 

 

 

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2 Kommentare zu “„Frechen Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 11

  1. Arme Dany, die hat es ja SOOWAS von erwischt <3. Aber ich kann verstehen, dass sie so unsicher ist :(. Es ist immer so kompliziert.
    Du endest an einem fiesen Cliffhanger, ich wüsste ja schon zu gerne, wie sich die zwei Mädchen gegen Sven wehren.
    Und das mit dem unauffälligen Selbstbeschnuppern, wenn man nervös ist, kenne ich so, so gut 😀

    Gefällt 1 Person

    • Ja, es wird Dany wirklich ernst mit Sam. Momentan muss sie noch ein bisschen leiden – ach wie ich es liebe, meine Charaktere zu quälen. ;-D

      Oh ja, der Cliffhanger ist mir gut gelungen. Ich versuche eigentlich immer, möglichst spannend die Kapitel zu beenden, damit die Leser Lust haben, weiterzulesen.

      Und ja, das Selbstbeschnuppern kenne ich auch von mir 😀 Ich glaube, das machen viele Leute, wenn sie sich unbeobachtet fühlen 😀

      Liebste Grüße
      Emma

      Gefällt 1 Person

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