„Hallo, schöne Frau!“ – Sag Nein zum Body Shaming

„Hallo, schöne Frau!“

Wann hast du diese Worte zum letzten Mal zu dir selbst gesagt? Ist eine Weile her? Warum lachst du jetzt? Findest du den Satz etwa albern? Ja, das habe ich auch zunächst gedacht.

Dann aber habe ich mich vor den Spiegel gestellt und genau diese drei Wörter zu mir selbst gesagt, gefolgt von einem strahlenden Lächeln. Am Anfang war’s komisch. Ich fühlte mich, als würde ich mir selbst etwas vormachen wollen. Ich bin schon lange nicht mehr mit meinem Körper einverstanden und „schön“ finde ich ich mich schon erst recht nicht. Aber nachdem ich den Satz ein paar Mal wiederholt habe, hat er angefangen zu wirken.

Ich habe ich gleich viel wohler in meiner Haut gefühlt und gedacht: „So hässlich bist du eigentlich gar nicht.“

Hallo schöne Frau, sag Nein zum Body Shaming

Inspiriert zu diesem Beitrag wurde ich von folgendender Spiegel-Kolumne. Ich finde, dass die Autorin sehr recht hat, mit dem, was sie schreibt.

Frauenkörper bleiben nie unkommentiert. Meist sind andere Frauen diejenigen, die kritisieren, aber auch die Medien machen es uns nicht leicht. Schon jungen Mädchen wird in der „Bravo Girl!“ erklärt, wie sie sich hübsch machen können, damit sie Jungs auch gefallen. Bereits Zwölfjährige rasieren sich die Beine und tragen Make-up auf. Eine Entwicklung, die ich irgendwie erschreckend finde.

Ich wurde schon öfter deswegen von anderen Frauen kritisiert, weil ich mich selbst nicht geschminkt habe. Selbst heute trage ich bis auf ein bisschen Mascara und Augenstift keine Schminke. Ich halte nichts von Make-up, ich finde, es wirkt künstlich und sieht nicht sonderlich hübsch aus. Aber andere Frauen sehen das nicht so und haben mich schon häufig aufgefordert, mich gefälligst ordentlich zu schminken.

Mit dem Rasieren ist das auch so ein Thema. Zu mir hat mal ein Mann gesagt: „Eine Frau hat sich vom Hals abwärts überall zu rasieren.“ Was, wenn ich jetzt aber keine Lust darauf habe, ständig meine Körperhärchen zu trimmen? Was, wenn ich dazu stehe, dass meine Arme unrasiert sind? Dann wird man schief angeschaut, es wird getuschelt und wehe die Beine sind auch nicht rasiert – dann gilt man als „komisch“. Dabei gehört mein Körper mir und ich darf damit anstellen, was ich möchte. Oder eben auch nicht. Doch die Gesellschaft hat zu allem eine Meinung.

Noch größer ist aber das Problem des Gewichts. Ich war früher immer normalgewichtig, mittlerweile bin es nicht mehr. Das hat diverse Gründe, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Nur so viel: Ich esse nicht mehr als jeder andere Mensch auch. Und trotzdem gilt man als Übergewichtiger als unattraktiv und nicht begehrenswert.

Es ging so weit, dass ich mich auf der Straße ständig mit anderen Leuten verglich. Sind sie dicker oder dünner als ich? Wie nehmen sie mich wohl wahr? Kann ich mit ihnen konkurrieren?

Das ganze trieb mich beinahe in den Wahnsinn. Ständiges Abwägen, Vergleichen, Bewerten. Ich fühlte mich irgendwann dauernd beobachtet und hatte Angst, dass die Leute negativ über mich denken könnten.

Aber ich habe diesen Teufelskreis durchbrochen. Ab dem Moment, als ich vor dem Spiegel stand und „Hallo, schöne Frau!“ zu mir sagte, änderte sich meine ganze Denkweise.

Deshalb möchte ich meine Botschaft an alle da draußen richten, die ebenfalls nicht mit ihrem Körper glücklich sind.

  • Auch wenn du keine Modelmaße hast, gibt es Menschen, die dich genau so attraktiv finden.
  • Liebe dich selbst, dann wirkt das auch auf deine Ausstrahlung. Und eine positive Ausstrahlung ist wichtiger als ein perfekter Körper.
  • Urteile weder über deinen eigenen, noch den Körper von anderen. Egal ob Frau oder Mann.
  • Zieh an, was du willst. Hauptsache du fühlst dich wohl.
  • Trau dich, auch mal ohne Make-up oder unrasiert aus dem Haus zu gehen. Stehe zu deinem Körper.

Und vor allem: Du bist gut, so wie du bist! Sei stolz auf dich!

Liebste Grüße,
deine Emma

PS: Bei meiner Recherche zu diesem Artikel bin ich auf folgende Diskussion gestoßen. Es tut weh, zu lesen, was für schreckliche Kommentare dort über dicke Menschen abgegeben werden. Einfach ekelhaft!

 

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