„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 13

Hallöchen,

so, jetzt bin ich endlich wieder aus meiner Pause zurück und mit neuem Tatendrang am Schreiben und Bloggen. 😀freche-madchen

Heute geht es weiter mit Dany, Sam und ihren Freunden.  Im letzten Kapitel hat Dany schon verzweifelt versucht, Sam ihre Gefühle zu gestehen oder es zumindest anzudeuten. Leider hat Sam ihren Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden. In diesem Kapitel bekennt Dany endlich Farbe – doch wie wird Sam das aufnehmen?

Im Laufe des Tages wird das 13. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommst du hier.

Jetzt aber viel Spaß mit Kapitel 13.

13. Danys Geständnis

Den ganzen Vormittag kann ich mich kaum auf den Unterricht konzentrieren. Ich überlege fieberhaft hin und her, wie ich Sam noch klarmachen könnte, was ich für sie fühle. Ob ich ihr einen Liebesbrief schreiben soll, so wie Sven es bei mir gemacht hat? Nein, das ist doch albern. So sehr ich auch überlege, es kann nur eine Lösung geben: Ich muss mit Sam ein offenes Gespräch suchen. Ich muss ihr ganz ehrlich und direkt sagen, dass ich in sie verliebt bin. Aber allein der Gedanke daran lässt mich zittern und meinen Bauch unruhig grummeln. Ich schiele immer wieder zu Sam hinüber. Sie nimmt keine Notiz von mir und sieht die ganze Zeit über ziemlich angespannt aus. Wahrscheinlich ärgert sie sich immer noch über Svens Streich. Es tut mir weh, dass sie sich offensichtlich keine Beziehung mit mir vorstellen kann. Oder will sie mich am Ende nur schützen? Will sie verhindern, dass die anderen mich mobben und Claudia auch mich zu einem ihrer Opfer auserwählt? Oder will sie sich selbst schützen? Will sie verhindern, dass sie wieder verletzt wird, so wie damals mit Elena? Aber ich würde ganz ehrlich zu ihr stehen. Es würde mir nichts ausmachen, wenn die anderen von uns erführen. Ganz im Gegenteil, ich würde mich glücklich schätzen, ihre Freundin sein zu dürfen und vielleicht würde dann auch Lis endlich aufhören, einen Groll gegen mich zu hegen.

Es hilft alles nichts. Ich kann mir noch so viele Gedanken machen, um ein ernstes Gespräch mit Sam komme ich nicht herum. Ich muss mir nur überlegen, wie ich die Botschaft verpacke. Ich brauche einen idealen Zeitpunkt.

Die Schulglocke reißt mich aus den Gedanken. Schnell stopfe ich meine Sachen in den Rucksack und verlasse dann den Klassenraum. An der Tür halte ich inne und sehe mich nach Sam um. Sie redet gerade mit ihrem Nebensitzer und scheint mich nicht zu bemerken, deswegen mache ich mich allein auf den Weg in unser Zimmer. Dort angekommen, lege ich mich aufs Bett und hänge weiter meinen Gedanken nach. Vielleicht würde sich ja im Laufe des Tages eine Gelegenheit ergeben, mit Sam zu sprechen. Ich bin gerade dabei, mir zurechtzulegen, was ich zu Sam sagen werde, als die Tür aufgeht und May und Lis hereinkommen.

„Dany?“ Lis kommt auf mich zu und setzt sich auf den Rand meines Bettes.

Ich rapple mich auf und schaue sie verwundert an. Seit Tagen hatte sie mich eiskalt ignoriert und jetzt setzt sie sich zu mir und nennt meinen Namen? „Du sprichst wieder mit mir?“

„Ja. Es … tut mir leid. Ich hätte dir vertrauen sollen.“

„Soll das heißen, du glaubst mir endlich, dass ich nichts von Sven will?“

„Nachdem er heute an die Tafel geschrieben hat, dass du was von Sam willst, ist mir klargeworden, dass er einfach nur ein Idiot ist und dass du ihn tatsächlich hast abblitzen lassen müssen, sonst wäre er nicht so gemein zu dir.“

Ich lasse mich wieder zurück auf die Matratze sinken. „Ich bin froh, dass du es endlich begreifst. Ich dachte schon, die Eiszeit zwischen uns würde ewig andauern.“

„Es tut mir wirklich sehr leid. Ich war so blind vor Eifersucht, dass ich völlig ausgeblendet habe, dass Sven ein Riesenarschloch ist. Das hat er schon in unserer Beziehung mehrmals unter Beweis gestellt. Aber ich war einfach trotzdem total in ihn verknallt. Ich meine, sieh ihn dir an. Er sieht einfach hammermäßig aus.“

„Ja, das stimmt. Aber ich stehe nicht auf ihn.“

„Das glaube ich dir. Lass uns wieder Freundinnen sein, ja?“ Sie sieht mich flehend an und in ihren Augen schimmern Tränen.

Ich setze mich auf und nehme sie in die Arme. „Komm her. Ich bin so froh, dass wir das endlich klären konnten.“

Lis drückt sich fest an mich und streicht mir über den Rücken. Ich stelle mir eine Sekunde lang vor, dass es Sam ist, die ich in die Arme schließe und bekomme am ganzen Körper Gänsehaut. Als wir uns voneinander trennen schaut Lis mir tief in die Augen und sagt: „Sollen wir uns gemeinsam an Sven für die Gemeinheiten rächen? Ich wäre dabei, wenn du magst.“

„Ach eignetlich, will ich mich gar nicht rächen“, sage ich und mache eine wegwerfende Handbewegung.

„Dany, er hat behauptet, dass du lesbisch bist. Willst du das etwa auf dir sitzen lassen?“

„Ich mag keinen Ärger deshalb.“ Ich sehe weg, weil ich bemerke, dass ich rot werde. Mir ist die ganze Situation schrecklich unangenehm.

„Hast du wirklich Angst vor Ärger?“, fragt May und sieht mich prüfend an. „Oder hat Sven ins Schwarze getroffen?“

„May, wie kannst du sowas sagen?“, ruft Lis aufgebracht. „Unsere Dany ist doch nicht lesbisch. Das wüssten wir doch. Nicht wahr, Dany?“

Ich weiche ihrem Blick aus und presse die Lippen zusammen. Ich kann nichts darauf sagen. Ich möchte die beiden nicht anlügen, doch ich fürchte mich vor der Wahrheit. Und eigentlich will ich nicht, dass sie es wissen, bevor Sam im Bilde ist. Auf der anderen Seite – vielleicht könnten die beiden mir ja ein bisschen beistehen?
„Dany“, sagt May. „Schau uns an uns sag, was Sache ist. Du kannst ehrlich zu uns sein, wir sind doch deine Freundinnen.“

„Du hast … recht“, druckse ich herum.

„Recht? Womit hat May recht?“, fragt Lis und sieht mich mit großen Augen an.

„Damit, dass ich …“ Ich stocke. Was werden die beiden sagen, wenn sie es erfahren? Wir haben doch eben erst Frieden geschlossen. Wird es dabei bleiben?

„Du bist in Sam verliebt?“, fragt Lis und sie klingt mehr schockiert als überrascht.

„Ja, ich glaube schon“, flüstere ich. Mein Gesicht wird ganz heiß und ich bin mir sicher, dass ich knallrot anlaufe.

„Das habe ich mir schon fast gedacht“, sagt May und seufzt. „So wie du ihr in letzter Zeit am Rockzipfel hängst.“

„Weiß Sam davon?“, fragt Lis mit bebender Stimme.

„Nein“, antworte ich. „Ich habe versucht, es ihr beizubringen. Habe immer wieder Hinweise gegeben, aber sie wollte es einfach nicht verstehen.“

„Dann solltest du es ihr sagen“, meint May. „Und zwar klar und deutlich, ohne weiter um den heißen Brei herumzureden.“

„Ich habe Angst, dass sie mich nicht will.“ Ich lasse die Schultern hängen und sehe meine Freundinnen ratlos an. „Außerdem mag ich unsere Freundschaft nicht zerstören.“

„Aber du kannst doch nicht ständig unglücklich in sie verliebt sein. Und wer weiß, vielleicht will sie dich ja auch. Vielleicht hat sie die ganze Zeit über nur darauf gewartet, dass du ihr deine Liebe gestehst.“ May sieht mich durchdringend an und lächelt mir zu. „Das schaffst du schon, Dany.“

„Und wann soll ich es ihr sagen?“

„Lis und ich könnten ja heute Nachmittag in die Bibliothek gehen“, schlägt May vor. „Dann seid ihr allein im Zimmer und könnt ungestört reden.“

„Und du bist dir ganz sicher, dass du in sie verliebt bist?“, fragt Lis. „Es ist nicht nur irgendwie … freundschaftliche Bewunderung oder sowas?“

„Nein, ich denke nicht. Um ganz ehrlich zu sein, wir haben uns sogar schon geküsst.“

„Was? Wann?“, ruft Lis ganz perplex.

„Auf der Sommerparty. Aber danach hat sie gesagt, das würde noch keine Lesbe aus mir machen. Sie war der Meinung, dass ich nur neugierig war. Aber das stimmt nicht. Ich wollte sie küssen, weil ich sie mag. Und zwar ein bisschen zu sehr.“

„Na, dann ist sie dir zumindest mal nicht abgeneigt. Sonst hätte sie dich ja nicht geküsst“, sagt May und nickt mir aufmunternd zu. „Ich finde immer noch, du solltest es ihr einfach sagen. Ich habe ein gutes Gefühl bei der Sache.“

In diesem Moment geht die Tür auf und Sam kommt herein. „Was starrt ihr mich denn alle so entgeistert an?“, fragt sie und schaut von einem zu anderen.

„Ach, gar nichts“, sagt May und macht eine wegwerfende Handbewegung. „Gehen wir zu Mittagessen?“

Nach dem Essen gehen gehen May und Lis tatsächlich in die Bibliothek. Ich behaupte, dass ich im Zimmer ein bisschen Englisch lernen möchte und frage Sam, ob sie auch dabei ist. Sie verzieht das Gesicht bei Aussicht auf Vokabeln, doch dann sagt sie zu und folgt mir aufs Zimmer. Kaum ist die Tür hinter uns ins Schloss gefallen und Sam klettert auf ihr Bett, als mich die Nervosität packt. Wie soll ich nur anfangen?

„Du, Sam“, beginne ich drucksend.

„Hm?“

„Ich muss dir etwas sagen.“

„Ich bin ganz Ohr.“ Sam sucht im Englischbuch die Seite mit den aktuellen Vokabeln. Als ich keinen weiteren Ton von mir gebe, schaut sie auf und grinst mich an. „Was wolltest du mir denn sagen, Dany?“

„Ich wollte, dir sagen, dass …“ Nervös kaue ich auf meiner Unterlippe herum.

„Ja?“

„Ich glaube, ich mag dich.“

Sam lacht laut auf. „Das ist nett, ich mag dich auch.“

„Nein, ich meine, ich mag dich ein bisschen mehr, als die anderen.“

Ihr Blick wird ernst und sie mustert mich nachdenklich. „Wie meinst du das?“

Ich räuspere mich. Verdammt, ausgerechnet jetzt wird meine Stimme ganz heiser. „Sven hat recht“, krächze ich.

Sam fällt die Kinnlade herunter. „Moment mal“, sagt sie. „Willst du mir damit etwa sagen, dass du wirklich in mich verliebt bist?“

Ich zittere am ganzen Körper und Schweiß quillt mir aus allen Poren. Mir wird schwindelig und ich muss mich aufs Bett setzen. „Ja“, krächze ich mit hochrotem Kopf. „Bist du jetzt sauer?“

Sam starrt mich mit offenem Mund an, dann schüttelt sie den Kopf und stammelt: „Nein … das ist schon okay.“

„Und du?“, frage ich hoffnungsvoll. „Magst du mich auch?“

„Naja …“, sagt Sam und schluckt. „Ich habe mich stets dagegen gewehrt, etwas für dich zu empfinden. Ich dachte, du seist hetero und würdest meine Gefühle nicht erwidern können. Ich wollte mich schützen, verstehst du?“

Ein breites Grinsen stiehlt sich auf meine Lippen. Ich klettere auf Sams Bett und setzte mich neben sie. „Du brauchst deine Gefühle nicht zu unterdrücken, Sam“, sage ich. „Ich will mit dir zusammen sein. Das heißt … wenn du es auch magst.“ Ich bemerke, dass sie zittert, als sie die Hand hebt und eine Haarsträhne hinter ihr Ohr streicht.

„Bist du dir auch ganz sicher, dass das nicht nur irgendeine Laune von dir ist, Dany?“, wispert sie und sieht mich durchdringend an.

„Ach Sam“, erwidere ich. „Hab keine Angst. Bei mir ist dein Herz sicher.“ Dann beuge ich mich nach vorne und drücke meine Lippen auf die ihren.

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3 Kommentare zu “„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 13

  1. Pingback: „Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 14 | Emma Escamilla

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