„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 15

Huhu,

schön, dass du wieder vorbeischaust. Heute geht es weiter mit Dany, Sam und ihren Freunden. Ich hoffe, dass dir das Kapitel gefällt. freche-madchen

Leider wird es vorerst das letzte Kapitel sein, denn ich werde für unbestimmte Zeit eine Pause einlegen. Mir geht es momentan leider überhaupt nicht gut und ich bringe einfach nicht die Kraft und Energie auf, mich um zwei Blogs zu kümmern. Deswegen muss dieser hier erst mal eine Weile Pause machen. Ich hoffe, du hast Verständnis. Ich plane, den Blogroman spätestens im Herbst wieder fortzusetzen. Je nachdem, wie schnell sich mein Gesundheitszustand verbessert.

Im Laufe des Tages wird das 15. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommst du hier.

Jetzt aber viel Spaß mit dem 15. Kapitel.

15. Kapitel: Fiese Sprüche

Ich winde mich innerlich und rutsche unruhig auf meinem Stuhl hin und her. Was sollen wir jetzt nur sagen? Sollen wir vor Sven Farbe bekennen und ihm offen gestehen, dass wir ein Paar sind? Aber weiß es dann nicht sofort die ganze Schule? Verdammt, warum konnte Sam nicht ihren Mund halten, als sie mit der Kellnerin sprach? Ich bin fast ein bisschen verärgert.

„Nun sagt schon! Ich hatte Recht, nicht wahr? Ihr seid wirklich lesbisch.“

„Und wenn schon“, sagt Sam. „Ich wüsste nicht, was dich das angeht.“

Sven lacht dreckig. „Oh Mann. Ihr seid doch echt nicht mehr zu retten. Dass du dich auf sowas einlässt, Dany. Ich habe dich echt unterschätzt.“ Er schüttelt den Kopf und verzieht das Gesicht.

Jetzt reicht es mir. Ich schlinge kurzentschlossen die Arme um Sams Nacken und küsse sie. Sam ist so perplex, dass sie meinen Kuss nicht erwidert. Als ich mich von ihr löse, sieht sie mich mit großen Augen an.

„Hast du’s jetzt kapiert? Ich liebe Sam. Und du und deine Eifersucht könnt euch zum Teufel scheren.“

Sven grinst nur dümmlich, dann dreht er sich um und geht zu einem Tisch, wo ein paar andere Jungen aus dem Internat sitzen. Ich sehe, wie er etwas sagt und alle Blicke sich auf uns richten. Die Jungen grinsen und werfen uns Kusshände zu. Ich wende mich ab und konzentriere mich auf Lis und May, die eben angefangen haben, von ihren Plänen für die Herbstferien zu sprechen. Ach ja, die Ferien. Die kamen ja auch schon bald. Wie schnell die erste Zeit auf St. Lucia doch vergangen ist. Ich kann es kaum fassen, das der Sommer so gut wie vorüber ist. In den Ferien würde jeder wieder nach Hause gehen und die Zeit mit der Familie verbringen. Urspünglich hatte ich gedadcht, dass ich die Zeit bis dahin kaum abwarten können werde, aber nun gefällt es mir doch ganz gut auf St. Lucia und ich habe mich trotz einiger Schwierigkeiten gut eingelebt. Ich bin so froh über die Freundschaft zwischen mir und Lis, May, Uli und natürlich Sam. Ich habe in ihnen wirklich Menschen kennengelernt, die ich tief ins Herz geschlossen habe. Und ich weiß, dass ich sie in den Ferien schrecklich vermissen würde. Vor allem natürlich Sam. Ich sehe zu ihr. Sie lacht gerade über einen Witz von May und sieht dabei so wunderschön aus. Ich möchte sie am liebsten schon wieder küssen, doch ich halte mich zurück.

In diesem Moment kommt die Bedienung und bringt uns unsere Eisbecher. „Einen After-Eight-Becher für dich und einen Erdbeerbecher für die Freundin.“ Das letzte Wort betont die Frau und grinst dabei.

Ich muss ebenfalls grinsen. „Danke“, sage ich und koste von dem großen Sahnehäubchen. Es schmeckt himmlisch, so wie auch der Rest des Eisbechers.

„Was hast du in den Ferien vor?“, fragt mich Sam und schiebt sich einen Löffel Eis in den Mund.

„Eigentlich nichts besonderes“, sage ich. „Vor allem werde ich euch vermissen. Die Zeit ohne euch wird merkwürdig werden. Ich will gar nicht mehr nach Hause – und vor ein paar Wochen hätte ich nie geglaubt, dass ich das einmal sagen würde.“

„Ich werde dich auch vermissen. Aber wir können uns ja schreiben und telefonieren“, sagt Sam. „Auch wenn das natürlich kein Ersatz für das hier ist.“ Sie drückt mir ein Küsschen auf die Wange. Ich lächle von einem Ohr zum anderen.

„Oh ja, deine Küsse werden mir fehlen.“

„Fahrt in den Ferien weg?“, will May wissen, die uns vorhin erzählt hat, dass sie mit ihren Eltern eine Woche nach Teneriffa fliegen wird.

„Nein, nicht dass ich wüsste“, sage ich und zucke mit den Schultern.

„Meine Eltern sind in den USA. Ich werde also allein mit unserem Hausmädchen sein“, sagt Sam und macht ein betrübtes Gesicht. „Nicht, dass ich etwas gegen unser Hausmädchen hätte. Emely ist wirklich toll – und ziemlich scharf.“ Sie grinst frech.

Ich boxe ihr in die Rippen. „Hey, wehe du flirtest fremd!“

„Das würde ich doch niemals wagen“, lacht Sam und zwinkert mir zu. „Ganz ehrlich, Emely ist hundert Prozent hetero. Da ist nix zu machen.“

Es versetzt mir einen Stich, wenn ich daran denke, dass Sam auch andere Frauen heiß findet. Ich glaube ihr, dass sie nicht mit ihrem Hausmädchen flirtet, aber allein dass diese Emely exisitert und mit Sam Zeit verbringen wird, tut mir weh. Ich mag Sam nicht teilen. Nicht mit dieser Emely und auch mit sonst niemandem. Meine Hand greift nach ihrer. Wir verflechten unsere Finger ineinander. Mir wird ganz warm ums Herz und ich spüre, wie sehr ich dieses Mädchen begehre.

Als wir gegen Abend zurückkehren, werden wir von neugierigen Blicken begrüßt.
„Hey, stimmt das wirklich?“, fragt ein Mädchen, dessen Namen ich nicht kenne. Sie muss aus einer der unteren Klassen sein. „Ihr seid ein Paar?“

„Woher weißt du …?“, ruft Sam, dann hält sie inne und nickt. „Sven, nicht wahr?“

„Nein, Luise aus meiner Klasse hat es mir erzählt. Ihr seid also richtig lesbsisch?“

Sam verdreht die Augen. „Ich weiß zwar nicht, was dich das angeht, aber ja, wir sind richtig lesbisch.“

Die Mädchen kichern, tuscheln und schauen uns nach, als wir weiter zu unserem Zimmer gehen. „Die sehen gar nicht wie Lesben aus“, höre ich jemanden sagen. Ich schaue mich um, kann die Stimme aber keinem der Mädchen zuordnen. Schließlich kommen wir in unserem Zimmer an und schließen die Tür hinter uns.

„Puh, das kann ja heiter werden“, sagt Sam und klettert auf ihr Bett.

Ich werfe mich auf mein eigenes und starre Lis‘ Matratze von unten an. „Meinst du, es weiß wirklich jeder schon Bescheid?“, frage ich vorsichtig.

„Damit müsst ihr rechnen“, antwortet Lis. „Auf Sven ist Verlass, wenn es darum geht, Neuigkeiten zu verbreiten.“

„So ein Mist“, murmelt Sam. „Dabei wollten wir es doch nicht an die große Glocke hängen.“

„Für Reue ist es jetzt zu spät“, meint May und setzt sich auf den Teppich. „Wir sollten das Beste daraus machen.“

„Und das wäre?“, frage ich und seufze.

„Farbe bekennen.“ May sieht von Sam zu mir. „Seid einfach ehrlich, entweder die anderen akzeptieren es oder sie tun es nicht – das ist dann aber nicht euer Problem.“

„Wenn sie uns damit angreifen, aber schon“, wendet Sam ein. „Mir wäre es ja egal, ich bin es gewöhnt, aber Dany soll das nicht auch noch alles abbekommen. Das ist nicht fair.“

„Jetzt warten wir mal ab“, sage ich. „Vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm, wie wir jetzt befürchten.“

„Dein Wort in Gottes Ohr“, sagt Lis leise.

Als wir am nächsten Tag in die Klasse kommen, hat sich die Nachricht von unserer Beziehung bereits wie ein Lauffeuer verbreitet. Wir werden von Pfiffen und Gejohle empfangen.

„Hey Dany, dürfen wir dir und Sam zusehen, wie ihr es treibt?“, ruft einer und seine Kumpels lachen laut.

„Oh ja, bitte!“, schreit Sven. „Lesbenporno für alle!“

Die Jungs johlen wieder und werfen uns lüsterne Blicke zu. Ich beiße die Zähne zusammen, bis sie knirschen. Wütend lasse ich mich neben Uli nieder.

„Tut mir echt leid, was die Kerle hier abziehen“, raunt er mir zu und schüttelt bedauernd den Kopf. „Von mir wissen sie es nicht, ich schwöre. Dann seid ihr jetzt richtig zusammen?“

Ich nicke und packe meine Schulsachen aus.

„Küsst euch doch mal!“, ruft Jens.

„Küssen! Küssen! Küssen!“, stimmen die anderen Jungs im Chor an. Auch ein paar Mädchen machen mit oder lachen zumindest darüber.

„Jetzt haltet endlich die Fresse!“, poltert Sam. „Das ist ja nicht auszuhalten mit euch.“

„Sam, was bist du denn so unentspannt?“, fragt Sven scheinheilig. „Wurdest du von Dany nicht richtig befriedigt oder was?“

„Jetzt reicht es mir aber!“, brüllt Sam, springt auf und stürzt sich auf Sven. Ehe sich dieser versieht, liegt er auch schon auf dem Boden und muss sich gegen Sams Prügel verteidigen.

„Eine richtige Kampflesbe! Ich glaub’s nicht!“, lacht Jens.

„Gib’s ihm, Sam!“, feuern ein paar Mädchen sie an.

Ich selbst mache nicht mit, sondern schaue nur mit Sorge dabei zu, wie Sam Sven mit voller Wucht in die edelsten Teile tritt. Sven heult auf und verzieht das Gesicht. Selbstzufrieden steht Sam auf und geht zu ihrem Platz zurück.

„Dem hast du’s aber gezeigt“, ruft May und klatscht in die Hände. Ein paar andere Mädchen, Lis, Uli und Thomas, Sams Nebensitzer, stimmen ins Klatschen ein. Sven rollt auf dem Boden herum, krümmt sich und hält sich den Schritt.

Eine süße Genugtuung steigt in mir auf und ich kann mir ein boshaftes Grinsen nicht verkneifen. Das geschah diesem Penner recht. Was muss er auch ständig seine Eifersucht an uns auslassen? Wieso kann er nicht einfach akzeptieren, dass ich Sam liebe? Wenigstens ein paar Mitschüler scheinen auf unserer Seite zu sein. Das ist schon einmal besser als nichts.

In diesem Moment betritt Frau Pätzold den Raum und entdeckt den am Boden liegenden Sven. „Was ist hier los?“, fragt sie und schaut vorwurfsvoll in unserere Reihen.

„Sam hat Sven die Nüsse geknackt“, sagt Thomas und grinst über das ganze Gesicht.

„Samantha Johnson, was hat das zu bedeuten?“, schimpft Frau Pätzold und kommt auf Sam zu.

Diese zuckt nur gleichgültig mit den Schultern. „Er hat mich provoziert.“

„So? Und deshalb trittst du ihm in die … na, du weißt schon, wohin?“

„Ja, ich kann mir schließlich nicht jede Frechheit gefallen lassen.“

„Das wird Konsequenzen haben, Samantha. Das verspreche ich dir.“ Frau Pätzold geht auf Sven zu und hilft ihm auf die Beine. Noch immer mit verzogenem Gesicht lässt er sich auf seinem Stuhl nieder. Sein Kopf ist ganz rot, ob vor Schmerz oder vor Wut weiß ich nicht.

„Geht’s?“, fragt Frau Pätzold. „Oder musst du auf die Krankenstation?“

„Passt schon“, presst Sven hervor.

„Samantha, würdest du mir bitte zum Direktor folgen?“

Widerwillig steht Sam auf. Sie wirft mir einen hilfesuchenden Blick zu. In meinem Kopf rasen die Gedanken. Ich weiß, dass ich irgendwas sagen und dass ich Sam aus dieser Situation retten muss. Doch was soll ich zu ihrer Verteidigung nur vorbringen?

„Frau Pätzold?“ Ich springe auf.

Unsere Lehrerin bleibt an der Tür stehen und dreht sich zu mir um. „Ja, Daniela?“

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