#WritingFriday #29 | Neujahrsmorgen

Nachdem ich letzten Freitag Zeit mit meiner Familie verbracht habe und deshalb nicht zum Bloggen kam, widme ich mich heute wieder dem #WritingFriday der lieben Elizzy von ReadBooksAndFallInLove.

Dabei bekommen wir jeden Monat mehrere Schreibthemen an die Hand, aus denen wir uns immer freitags eines aussuchen und darüber schreiben dürfen.

Das sind die Schreibthemen für den Januar 2019:

  • Erzähle von einem Vorsatz für 2019.
    Wieso willst du dieses Ziel erreichen?  Wie sieht dein Plan aus?
  • Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist!
  • Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Endlich schien es für Klara wieder Bergauf zu gehen, nachdem sie…” beginnt.
  • Du bist eine zu spät ankommende Weihnachtskarte – berichte über deine Empörung!
  • Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

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Mein heutiges Thema: Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Erzähle was geschehen ist!

Neujahrsmorgen

Die Morgensonne kitzelte Luisa an der Nase. Sie musste niesen und wachte davon auf. Im ersten Moment wusste sie gar nicht, wo sie sich befand. Es dauerte einen Augenblick, bis sie sich orientieren konnte. Sie war im Schlafzimmer ihrer besten Freundin Hanna. Hier war sie schon öfter gewesen, wenn sie bei Hanna übernachtet hatte. Doch zu ihrem Entsetzen lag sie in Hannas Bett und – jemand schmiegte sich an ihren Rücken.

Starr vor Schreck versuchte Luisa sich zu erinnern, was in der Silvesternacht geschehen war. Sie hatte mit Hanna und ihren Freunden angestoßen. Dann war da dieser rothaarige Kerl mit den schrägen Zähnen, der sie die ganze Zeit angebaggert hatte. Eine Gänsehaut zog sich über ihren ganzen Körper. Lag etwa dieser Typ hinter ihr?

Vorsichtig hob sie die Decke an und sah an sich herunter. Sie war nackt! Und zwar splitterfasernackt! Erschrocken schnappte sie nach Luft. Hatte sie etwa mit ihm … nein, das konnte doch nicht sein. Nicht dieser eklige Rotschopf. Der war doch überhaupt nicht ihr Typ gewesen.

Verdammt, sie hatte einen Filmriss. Was war nach dem Anstoßen um Mitternacht passiert? Hätte sie doch nur nicht so viel getrunken. Ihre Eltern hatten sie noch gewarnt. Sie wussten, dass Luisa gerne mal etwas zu tief ins Glas schaute, wenn sie feiern ging. Das war ja ein toller Start ins neue Jahr.

Sie atmete tief durch und rutschte an den Rand des Bettes. Hinter sich hörte sie ein wohliges Seufzen. Sie zuckte bei dem Laut zusammen. Doch die Person, mit der sie im Bett lag, schien weiterzuschlafen. Sie rückte noch etwas weiter an den Bettrand und schaute über die Kante. Vor dem Bett auf dem Boden lagen ihre Klamotten. Die rote Bluse und der schwarze Minirock, ihre Strumpfhose, ja sogar ihre Unterwäsche. Dann lag da noch was – ein blauer BH. Aber sie selbst hatte doch einen schwarzen getragen, da war sie sich ganz sicher.

Erschrocken drehte sie sich im Bett um und was sie dann sah, ließ sie aufquieken. Neben ihr im Bett lag ein Mädchen, ebenfalls splitterfasernackt. Sie hatte ihren rechten Unterarm über die Augen gelegt und atmete tief und ruhig. Ihre Brüste lugten unter der Decke hervor.

„Scheiße! Ich hab’s mit einer Frau getrieben!“, entfuhr es ihr.

Das Mädchen seufzte wieder, dann hob sie ihren Arm an und legte ihn auf die Bettdecke, ehe sie die Augen öffnete. Als sie Luisa erblickte, umspielte ein Lächeln ihre Züge. „Guten Morgen, Süße“, säuselte sie.

„Guten … Morgen …“, stammelte Luisa. „Wer zum Teufel bist du?“

„Annette. Die Cousine von Hanna. Weißt du das nicht mehr?“

Luisa überlegte, dann fiel ihr wieder ein, wie Hanna ihr ihre Cousine zu Beginn der Party vorgestellt hatte.

„Was … haben wir … ich meine, haben wir etwa …?“

Annette lachte. „Klar, was glaubst du denn, warum wir nackt sind?“

„Aber ich bin doch gar nicht … das kann nicht sein, ich ….“

„Ist aber so. Du hast deine lesbische Seite entdeckt und da ich dir nicht abgeneigt war, hat das ganze im Bett geendet. Findest du das so schlimm?“

„Ja! Nein, … ich meine … besser als der Rotschopf.“

Annette grinste schelmisch. „Ja, da hast du recht. Ich habe dich vor ihm gerettet. Erinnerst du dich?“

Luisa schüttelte den Kopf. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie schwer er sich anfühlte und als sie ihn leicht anhob, durchbohrte ein Kopfschmerz ihre Stirn wie ein Dolch.

„Du solltest weniger trinken, dann passiert dir sowas nicht mehr. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass ich irgendetwas bereue.“ Annette zwinkerte ihr zu, dann stieg sie aus dem Bett, sammelte ihre Klamotten vom Boden auf und verließ das Schlafzimmer.

Luisa blieb zurück. Sie war erleichtert, dass es Annette gewesen war und nicht der ekelhafte Rotschopf. Trotzdem schwor sie sich in diesem Moment, nie, nie, nie wieder Alkohol zu trinken.


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9 Kommentare zu “#WritingFriday #29 | Neujahrsmorgen

  1. Hey,
    ein schönes neues Jahr noch für dich!
    Mir gefällt deine Geschichte und auch ich bin froh, dass es nicht der Rotschopf war! :-D Obwohl Luisa die Kontrolle verloren hatte, hatte sie insgesamt noch großes Glück gehabt! Hoffentlich lernt sie daraus.
    Ich möchte dieses Jahr auch wieder versuchen am #WritingFriday mitzumachen. Heute hab ich es aber leider nicht geschafft.
    GlG, monerl

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Monerl,

      danke für deinen Besuch und Kommentar bei mir.

      Ja, da hast du recht, da hat sie großes Glück gehabt. :D

      Das kommt bei mir auch vor, dass ich es an manchen Freitagen einfach nicht schaffe. Ist ja auch keine Pflicht, es ist ja freiwillig und man kann mitmachen, wenn man Zeit und Lust dafür hat. :)

      Liebste Grüße
      Emma

      Gefällt mir

  2. Luisa kann echt froh sein, das es das Mädel war und nicht der Rothaarige! Ich hab ja nichts gegen rote Haare aber sie schien schon sehr angewiedert von ihm zu sein. Ich denke, dass wäre viiieeel schlimmer :D
    Eine gute Idee, die bestimmt schon vielen passiert ist, da bin ich mir sicher! :D
    Bei mir geht es heute auch um Luisa :)

    Viele Grüße, Annie

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Annie,

      vielen Dank für deinen Besuch und Kommentar.

      Ja, da hat sie echt Glück gehabt. Mir ist sowas zu Glück noch nie passiert, da ich nicht trinke. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass das bereits einigen Leuten passiert ist.

      Super, dann schaue ich gleich mal bei dir vorbei.

      Liebste Grüße
      Emma

      Gefällt 1 Person

    • Hallo Katharina,

      hehe ja, wobei sie ja ein bisschen selbst Schuld ist. Hätte sie halt nicht so viel getrunken … (ich als Nichttrinkerin hab da gut reden ^^)

      Vielen Dank für deinen Besuch und Kommentar, werde gleich mal bei dir vorbeischauen.

      Liebste Grüße
      Emma

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: #WritingFriday #30 | Lieber spät als nie | Emma Escamilla

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