Tag-Archiv | Homosexualität

„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 14

Hallo,

schön, dass du wieder vorbeischaust. Heute gibt es die Fortsetzung ein wenig später am Tage, weil ich gestern nicht mehr dazu gekommen bin, den Beitrag zu planen und ich heute mit Kopfschmerzen im Bett lag. freche-madchen

In der letzten Folge hat Dany Sam endlich ihre Liebe gestanden. Doch wie geht es jetzt mit den beiden weiter? Werden sie offen zu ihren Gefühlen stehen? Das erfahrt ihr im heutigen Kapitel.

Im Laufe des Tages wird das 14. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommst du hier.

Jetzt aber viel Spaß mit dem 14. Kapitel.

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Polyamorie – Mehrfach verliebt

Sie ist heftig umstritten und doch macht sie auch ziemlich viel Sinn: Die Polyamorie, auch Vielliebe genannt. Im folgenden Artikel möchte ich mich einmal damit auseinandersetzen, ob die Polyamorie eine Lösung für Beziehungskrisen sein könnte und ob wir generell etwas offener für dieses Thema werden sollten.

polyamorie

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„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 10

Hallöchen!

Schön, dass du wieder auf meinem Blog vorbeischaust. Heute geht es weiter mit Dany, freche-madchenSam und Uli.

In der letzten Folge haben Dany und Uli sich angefreundet. Als Claudia hinzustößt und wieder ihr Gift verspritzt, schlägt Uli ihr auf die Nase, sodass sie zu Boden geht. Auch der Kuss zwischen Dany und Sam macht unserer Protagonistin zu schaffen. Glaubt Sam wirklich, dass sie sie nur aus Neugier geküsst hat?

Im Laufe des Tages wird das 10. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommst du hier.

Jetzt aber viel Spaß mit Kapitel 10.

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„Freche Mädchen küssen besser“ (Lesbian Romance) – Kapitel 9

Hallo ihr Lieben,freche-madchen

ich hoffe, ihr habt die Osterfeiertage gut verbracht und seid reich beschenkt worden. 🙂 In der letzten Woche habe ich über meinen Blogroman ja ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Es wird Zeit, dass es damit weitergeht. Im letzten Kapitel hatten Dany und Sam sich zum ersten mal geküsst. Natürlich bringt das Danys Gefühle erst recht in Wallung – aber was denkt Sam darüber? Das erfahrt ihr im heutigen Kapitel.

Im Laufe des Tages wird das 9. Kapitel auch bei SweekWattpad und  FanFiktion.de hochgeladen werden. Zur Übersicht über alle Folgen kommt ihr hier.

Jetzt aber viel Spaß mit dem 9. Kapitel!

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Freche Mädchen küssen besser (Lesbian Romance) – 2. Kapitel

Hallihallöchen ihr Lieben,freche-madchen

zunächst einmal möchte ich euch noch ein gutes neues Jahr wünschen. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne erste Januarwoche bisher und eine tolle Silvesterfeier. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Geschichten „Juniküsse“ und „Freche Mädchen küssen besser“ fortzusetzen. Mit letzterem fange ich heute mal an und habe das zweite Kapitel verfasst.

Falls ihr sie lieber auf Wattpad oder FanFiktion.de lesen wollt, könnt ihr das gerne auch dort tun.

Darum geht’s:

Die 16-jährige Dany ist überhaupt nicht glücklich, als ihre Eltern sie ins Internat St. Lucia stecken. Weit weg von ihrer Familie zwischen lauter fremden Mädchen soll Dany von nun an ihren Alltag bestreiten. Doch dann lernt sie die 17-jährige Samantha kennen. Zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft – wäre da nur nicht dieses warme Kribbeln, das Dany jedesmal überkommt, wenn Sam sie berührt.

Nun viel Spaß mit dem 2. Kapitel.

2. Kapitel – Die Vierte im Bunde

Ich folge Herrn Siebling die Treppen hinauf. Er hat mir bereits die Waschräume, das Hausmeisterkämmerlein, die Mensa, das Lehrerzimmer, die Bibliothek und die Turnhalle gezeigt. Jetzt sind wir auf dem Weg zu den Klassenzimmern. In meinem Bauch grummelt es und mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich habe Angst vor dem, was jetzt kommt. Wie eine Idiotin werde ich gleich vor der ganzen Klasse stehen und achtundzwanzig neugierige Augenpaare werden mich mit ihren Blicken durchbohren.
„Hier ist übrigens das Zimmer unseres Schulpsychologen“, sagte Herr Siebling und deutete auf eine Tür rechts von uns. „Zu Herrn Wendt kannst du jederzeit gehen, wenn du seelischen Beistand brauchst.“
„Okay“, sage ich und nicke. Das muss ich mir merken. Wenn mein Start hier so schlecht wird, wie ich erwarte, dann werde ich relativ bald seelischen Beistand brauchen.
„Und hier ist dein Klassenzimmer.“ Herr Siebling blieb vor einer weiteren Tür stehen und klopft an. Dann drückt er die Klinke hinunter und schiebt seinen Kopf durch den Türspalt.
„Frau Pätzold, dürfen wir kurz stören?“
„Aber natürlich“, sagt eine helle Frauenstimme.
Der Sozialarbeiter zieht die Tür ganz auf und schiebt mich hinein. Mir wird ganz heiß und meine Knie schlottern. Bestimmt bin ich ganz rot im Gesicht. Ich kratze mich nervös am Arm.
„Darf ich euch vorstellen?“, sagt er. „Das ist Daniela, eure neue Mitschülerin.“
Schüchtern sehe ich mich um und betrachte die Klasse. Ganz hinten entdecke ich Sam. Sie grinst, als sie meinen Blick bemerkt. Zaghaft verziehe ich meine Lippen zu einem Lächeln, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es gequält aussieht.
Die Lehrerin kommt auf mich zu und streckt mir die Hand entgegen. „Willkommen bei uns, Daniela“, sagt sie. „Ich bin Frau Pätzold und deine zukünftige Klassenlehrerin. Ich unterrichte Deutsch und Englisch.“
„Guten Tag!“ Meine Stimme zittert leicht, als ich Frau Pätzolds Hand drücke.
„Willst du gleich hier bleiben?“, fragt sie und schaut erst zu mir, dann zu Herrn Siebling.
„Oh ja, eigentlich habe ich ihr bereits alles gezeigt, was sie wissen muss“, sagt der Sozialarbeiter.
„Dann setze dich doch zu uns. Dort hinten neben Uli ist noch ein Platz frei.“
Ein dicker Junge nimmt seinen Rucksack von einem freien Stuhl und stellt ihn neben sich auf den Boden. Mit klopfendem Herzen gehe ich zwischen den Tischen hindurch und nehme neben Uli Platz.
„Hi“, sage ich.
„H-hi“, antwortet Uli und schaut betreten auf die Tischplatte. Vor ihm liegt ein aufgeschlagenes Buch. Ich werfe einen neugierigen Blick darauf und sehe, dass es in englischer Sprache verfasst ist. Herr Siebling verabschiedet sich und verlässt das Klassenzimmer.
„Wir lesen gerade das englische Original von Der Fänger im Roggen von Salinger. Sagt dir das Buch etwas?“
„Ist das nicht das Buch, das der Mörder von John Lennon gelesen hat?“, fragte ich.
„Doch, genau das.“ Frau Pätzold lächelt. „Es verwundert mich, dass du das weißt.“
Ich zucke mit den Achseln. „Mein Vater ist der größte Beatles-Fan auf Erden.“
„Das erklärt natürlich einiges. Uli, würdest du Daniela bitte in dein Buch reinschauen lassen?“
Der dicke Junge errötet und schiebt das Buch etwas näher zu mir herüber. Ein unangenehmer Schweißgeruch zieht mir in die Nase.
„Wer war mit lesen dran?“, fragt Frau Pätzold. Ein Mädchen meldet sich. „Lisann, würdest du bitte fortfahren?“ Das Mädchen nimmt die Hand herunter und beginnt zu lesen. Ich versuche, dem Text zu folgen, doch ich verstehe nur Bahnhof. Es ist einfach nichts, wenn man den Anfang der Geschichte nicht kennt und erst zwischendrin einsteigt. Nach Lisann liest ihre Nebensitzerin, eine Asiatin. Dann kommt Sam dran, die eine Reihe vor ihnen neben einem Jungen sitzt. Schließlich klingelt es und Uli zieht rasch sein Buch zu sich herüber, schlägt es zu und verstaut es in seinem Rucksack. Fluchtartig schultert er diesen und macht sich aus dem Staub. Verwundert schaue ich ihm nach, dann erhebe auch ich mich und mache mich auf den Rückweg in mein Zimmer.

Bei den Schlafsälen angekommen, ziehe ich den Schlüssel aus der Hosentasche, den Herr Siebling mir vor unserer Tour durch das Internat gegeben hat, doch als ich das Zimmer mit der Nummer 23 erreiche, steht die Tür halb offen. Dahinter ist lautes Gekicher zu hören. Ich drücke sie auf und betrete den Raum. Lisann und die Asiatin sitzen auf dem unteren Bett gegenüber von meinem, während Sam auf dem Bett darüber liegt. Ich kann leise Musik hören. Offensichtlich hat sie ihren MP3-Player in den Ohren und hört volle Lautstärke irgendwelche Rocksongs.
„Willkommen bei uns“, sagt Lisann und lächelt mir zu. „Ich bin Lisann und das ist May.“
„Hallo Daniela“, sagt May, die Asiatin, und hebt grüßend die Hand.
„Hallo Lisann, hallo May“, sage ich und meine Wangen glühen.
„Du kannst mich auch einfach Lis nennen“, sagt Lisann.
„Okay, danke.“ Ich nicke. „Mich kannst du Dany nennen.“
„Schön. Wie ich sehe schläfst du unter May.“ Lis deutet auf mein Bett.
Ich nicke und setze mich auf die Matratze. „Wie genau läuft das hier jetzt ab?“, frage ich. „Was macht ihr so nach Schulschluss?“
„Wir haben jetzt halb eins. In dreißig Minuten gibt es Mittagessen in der Mensa. Danach haben wir Zeit zur freien Verfügung. Montags haben wir nachmittags keinen Unterricht, nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag“, erklärt mir May.
„Ist das Essen in der Mensa gut?“, erkundige ich mich.
Lisann verzieht das Gesicht. „Na ja, man kann es essen. Seit der Koch gewechselt hat, ist das Essen gar nicht mehr so schlecht. Vor einem Jahr hatten wir noch einen anderen Koch. Der hat uns wirklich einen üblen Fraß vorgesetzt.“
„Da haben wir manchmal das Essen ausfallen lassen und sind nachmittags heimlich zu McDonalds“, fügt May hinzu und grinst schelmisch.
„Oh okay.“ Ich wische mir die feuchten Handflächen auf der Jeans ab und hoffe, dass sie mir meine Nervosität nicht anmerken. „Haben wir auch Hausaufgaben auf?“
„Natürlich“, sagt May. „In Mathe und Physik bekommen wir so gut wie immer Hausaufgaben. In Englisch haben wir nichts auf, aber da schreiben wir in zwei Tagen einen Vokabeltest.“
„Hast du schon deine Schulbücher bekommen?“, fragt Lis.
„Nein, noch nicht.“ Ich schüttle den Kopf.
„Dann komm mit. Ich zeige dir, wo du die Bücher herbekommst.“ Sie springt vom Bett und geht zur Tür. Ich schnappe mir meinen Rucksack, der neben dem Bett steht, und folge ihr.

Wir gehen den Gang entlang bis zum Treppenhaus und steigen dann in den Keller hinab. „Echt doof, dass es hier keine Aufzüge gibt“, sagt Lis und stöhnt. „Abwärts geht’s ja noch, aber nachher müssen wir die ganzen Stufen wieder hinaufsteigen.“
Im Keller ist es kühl und dunkel. Lis tastet an der Wand entlang, dann flammt eine grelle Neonröhre auf und erhellt das untere Geschoss. Vor uns liegt ein langer Gang, der rechts und links mit Türen gesäumt ist. Ich folge Lis bis zur letzten Tür, die nur angelehnt ist. Lis klopft an und zieht die Tür ein Stück weit auf.
„Ja?“, brummte eine tiefe Stimme.
„Guten Tag, Herr Füchtner. Meine neue Klassenkameradin bräuchte Schulbücher.“
„Verstehe.“ Ein Stuhl wird über den Boden gerückt, dann höre ich Schritte. Lis macht die Tür jetzt ganz auf und nun kann ich einen Blick auf den glatzköpfigen Herrn mit Schnauzbart erhaschen. Er steht vor einem Regal und wühlt in einem Karteikasten.
„Welche Klasse?“, fragt er.
„Die zehnte Klasse von Frau Pätzold“, antwortet meine Zimmergenossin.
Der Glatzkopf zieht eine Karteikarte heraus und studiert sie. Dann geht er zu den wuchtigen Bücherregalen auf der anderen Seite des Raumes hinüber und verschwindet zwischen ihnen. Ich rubble mir mit den Händen über die nackten Arme, auf denen sich wegen der Kälte hier unten eine Gänsehaut gebildet hat. Dann entdecke ich eine große Spinne, die sich langsam an einem Faden auf den Schreibtisch des Glatzkopfs herunterlässt und dann quer über die Tischplatte krabbelt. Unbehaglich trete ich von einem Fuß auf den anderen. Glücklicherweise kommt Herr Füchtner wieder zurück und überreicht mir einen Stapel Bücher.
„Das wäre alles. Bitte trage deinen Namen vorne in die Bücher ein, für den Fall, dass ein Buch mal verloren geht“, sagt er.
Ich bedanke mich und wende mich zum Gehen.
„Moment!“, ruft er mir hinterher. Er zieht aus seiner Schreibtischschublade ein bedrucktes Blatt Papier und füllt es mit einem Kugelschreiber aus. Dann winkt er mich zu sich und reicht mir den Kugelschreiber. „Bitte hier unterschreiben“, sagt er und deutet auf eine Line am unteren Rand des Formulars. Er hat darauf alle Bücher eingetragen, die er mir mitgegeben hat. Ich unterschreibe und er nickt. „Jetzt könnt ihr gehen.“

„Wie lange bist du denn schon hier?“, frage ich Lisann, als wir die Treppen hinaufsteigen.
„Zwei Jahre“, sagt sie. „Anfangs war es ganz schön schwierig. Ich hatte ziemliches Heimweh. Aber mittlerweile gefällt es mir hier richtig gut. Das verdanke ich vor allem May.“
„Ihr versteht euch sehr gut, hm?“, sage ich. „Das habe ich sofort gemerkt.“
„Ja, sie ist so lieb. Und intelligent! Sie hatte letztes Jahr einen Notendurchschnitt von 1,0!“
„Wow, nicht schlecht.“ Ich nicke anerkennend. „Und wie ist Sam so?“
„Sam ist auch ganz cool“, sagt Lisann. „Wir mögen sie, auch wenn sie manchmal ein bisschen anstrengend ist.“
„Inwiefern?“
„Na ja, sie kommt eben manchmal auf ziemlich verrückte Ideen. Wegen ihr haben wir schon öfter Ärger bekommen. Als ich noch ganz neu war, hat sie mich und May einmal dazu überredet, nachts davonzuschleichen und im Dorf auf eine Party zu gehen. Sie hatte da einen Typen kennengelernt, der uns mit dem Auto abholte. Natürlich sind wir aufgeflogen und haben totalen Ärger bekommen. Mussten zur Strafe drei Monate lang in der Küche Geschirr spülen.“
„Autsch!“ Ich verziehe das Gesicht. „Das ist natürlich ärgerlich.“
„Ja, ich war echt sauer auf sie.“
„Das kann ich mir vorstellen. Warum bist du eigentlich hier?“
„Meine Eltern sind Anwälte und wollten, dass ich die bestmögliche Bildung bekomme. St. Lucia hat einen hervorragenden Ruf und wurde ihnen von einem ehemaligen Klienten empfohlen. Und warum bist du hier?“
„Die Freundin meines Vaters wollte mich loswerden.“
„Oh, das ist doof.“ Lis macht ein mitleidiges Gesicht.
„Ist schon okay.“ Ich versuche zu lächeln, doch es will mir nicht recht gelingen.

Als ich meine Bücher in unserem Zimmer verstaut habe, gehen wir alle vier in die Mensa zum Mittagessen. Es gibt heute Schupfnudeln mit Sauerkraut und zum Nachtisch einen Fruchtjoghurt. Es schmeckt wirklich besser, als ich erwartet hätte und ich habe einen Bärenhunger und verschlinge meine Portion so rasch, dass ich als erste fertig bin. Danach kehren wir wieder in unser Zimmer zurück und die Mädchen verraten mir, was wir als Hausaufgaben aufhaben. Leider sind sowohl Mathe als auch Physik nicht gerade meine stärksten Fächer, doch May erklärt mir den Stoff so weit, dass ich meine Hausaufgaben einigermaßen lösen kann. Während Lis, May und ich für den Vokabeltest lernen und uns gegenseitig abfragen, liegt Sam in ihrem Bett, hört Musik und blättert in der neusten Ausgabe des Musikexpress. Ich kann nicht verstehen, warum sie nicht lernt. Glaubt sie, dass sie sie es nicht nötig hat? Oder ist sie einfach nur faul?
„Warum lernt Sam nicht?“, frage ich Lis nach einer Weile.
„Ach, die war schon so oft in Amerika, deren Englisch ist besser als das unserer Lehrerin.“
„Wirklich?“, frage ich. Das ist ja aufregend. Ich würde auch gerne mal nach Amerika reisen.
„Ja, ihre Eltern sind Schauspieler und kommen viel herum in der Welt.“
Ich nicke. „Verstehe. Sind sie denn berühmt? Müsste ich sie kennen?“
„Ich glaube, sie spielen hauptsächlich in Theaterstücken und Musicals mit. Aber eben international. Sogar am Broadway.“
„Wow, das ist ja spannend“, sage ich und versenke meinen Blick wieder in meinem Englischbuch.

Gegen siebzehn Uhr machen wir Schluss mit dem Lernen. Sam hat sich mittlerweile verdrückt, May will in die Bibliothek und Lis ist müde und beschließt ein Nickerchen zu machen. Ich überlege mir, ebenfalls ein bisschen zu schlafen, doch schließlich entscheide ich mich dagegen.
„Dürfen wir die Schule eigentlich verlassen?“, frage ich Lis.
Sie nickt. „Natürlich, das ist doch hier kein Hochsicherheitstrakt.“
„Gut“, sage ich und stehe auf. „Dann werde ich jetzt ein bisschen durch den Wald joggen.“ Ich schlüpfe in meine Sneakers und mache mich auf den Weg nach draußen.

Das Wetter ist herrlich. Es hat ungefähr fünfundzwanzig Grad und die Sonne lacht am Himmel. Ich gehe auf das eiserne Tor zu, das in den Zaun eingelassen ist, der das Internat umschließt. Dahinter beginnt der Wald und ein breiter Kiesweg führt direkt zwischen den Bäumen hindurch. Ich verlasse das Schulgelände und beschleunige meinen Schritt. Doch ich komme nicht weit. Nur etwa hundert Meter von der Schule entfernt, sitzt Sam auf einem gefällten Baumstamm und raucht.
„Na, auch hier draußen?“, fragt sie und grinst, als ich an ihr vorbei jogge.
„Was machst du hier, Sam?“, frage ich.
„Siehst du doch.“ Sie hält ihre Zigarette hoch.
„Und dazu gehst du in den Wald?“
„Natürlich.“ Sie schürzt die Lippen. „Ich bin siebzehn und darf offiziell noch nicht rauchen. Deswegen muss ich mich vorsehen, dass die Lehrer es nicht bemerken. Willst du auch eine?“ Sie greift nach der Zigarettenschachtel in ihrer Jackentasche.
„Nein, danke“, sage ich und schüttle den Kopf. „Ich rauche nicht.“
„Gut so“, sagt Sam und nimmt einen Zug von ihrem Glimmstängel. „Das Beste ist, wenn man erst gar nicht damit anfängt.“
„So sehe ich das auch“, sage ich und lasse mich neben ihr nieder. „Und du solltest besser damit aufhören.“
„Hab ich schon mehrfach versucht.“ Sie zuckt die Schultern. „Ich habe einfach nicht genügend Disziplin.“
„Mhmm“, mache ich und wische mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich überlege, was ich sagen könnte, doch mir fällt nichts Sinnvolles ein. Umso erleichterter bin ich, als Sam das Gespräch ankurbelt.
„Wie gefällt es dir hier?“ Sie mustert mich neugierig.
„Na ja“, sage ich. „Viel kann ich noch nicht dazu sagen. Ich bin ja erst seit knapp sechs Stunden hier.“
„Ich fand es hier am Anfang total scheiße“, sagt Sam. „Aber meine Eltern haben mir keine Wahl gelassen. Du musst wissen, dass meine Eltern beide Schauspieler und deshalb ständig unterwegs sind.“
Ich nicke. „Das hat Lisann erzählt.“
„Ah okay.“ Sie nimmt einen letzten Zug, dann lässt sie den Zigarettenstummel auf den Boden fallen und tritt die Glut aus. „Was machst du eigentlich im Wald?“
„Ich wollte ein bisschen joggen“, sage ich.
„Oh cool.“ Sie reckt den Daumen in die Luft. „Würde es dich stören, wenn ich mitkomme?“
„Nein.“ Ich schüttle den Kopf.
Sie springt auf. „Gut, dann los!“ Sie spurtet los und ich habe Mühe, mit ihr Schritt zu halten.

Völlig verschwitzt kommen wir beiden nach einer halbstündigen Joggingtour wieder vor dem Internat an. Mein Puls hämmert mir gegen die Rippen und ich sehne mich nach einer kalten Dusche und einer Flasche Wasser. Sam und ich hatten während dem Joggen nicht mehr viel geredet. Sie hatte mir lediglich erzählt, dass sie früher auch regelmäßig joggen war, aber es schon länger nicht mehr getan hätte. Das merkt man ihr allerdings überhaupt nicht an. Sie ist in Topform und ich fühle mich auf einmal total unsportlich.

Als wir die Treppen hinaufsteigen, kommen uns vier Mädchen entgegen.
„Wen haben wir denn da?“, fragt eines der Mädels und grinst breit. „Die Kampflesbe und ihr neustes Opfer.“
Ich sehe Sam verwundert an, doch dann muss ich feststellen, dass diese knallrot angelaufen ist und die Hände zu Fäusten ballt.
„Verschwinde, Claudia“, zischt sie. „Lass mich in Ruhe.“
Claudia wirft ihr platinblondes Haar über die Schulter und sieht mich mitleidig an. „Pass ja auf, dass sie dich nicht begrabscht.“
„Was soll das heißen?“, frage ich und blicke verwirrt von Sam zu Claudia.

Die Vielfalt der Sexualitäten

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Sexualitäten gibt es wie Sand am Meer. Am bekanntesten sind wohl die Heterosexualität, die von vielen immer noch fälschlicherweise als „normal“ angesehen wird, sowie die Homo- und Bisexualität. Begriffe wie Pansexualität, Demisexualität oder Sapiosexualität sind vielen Leuten fremd. Sie haben sie vielleicht schon ein mal gehört, doch können nicht viel damit anfangen. Ich wollte der Sache mal auf den Grund gehen und eine übersichtliche Liste über sämtliche Sexualitäten zusammenstellen. Das habe ich im Folgenden getan.

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